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PSI Software AG (ISIN DE000A0Z1JH9)

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Karsten Pierschke
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Die PSI Software AG hatte für den 16. Mai 2018 zur Hauptversammlung in das Ludwig Erhard Haus nach Berlin eingeladen. Etwa 200 Aktionäre und Gäste hatten sich dort eingefunden, darunter Matthias Wahler für GSC Research, als der Aufsichtsratsvorsitzende Karsten Trippel die Veranstaltung um 10 Uhr eröffnete.

Herr Trippel begrüßte alle Teilnehmer und teilte mit, dass die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat vollzählig zugegen sind. Personelle Veränderungen hat es im vergangenen Jahr nicht gegeben. Nach Abhandlung der Formalien übergab er das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Dr. Harald Schrimpf, der diese Position nun schon seit 16 Jahren bekleidet.


Bericht des Vorstands

Dr. Schrimpf begann seine Ausführungen mit Informationen zum Geschäftsmodell. Die PSI entwickelt nach seiner Aussage Software, um den Fluss von Energie und Material und ein stückweit auch den Einsatz von Arbeitskräften zu optimieren. Im Fokus stehen große Konzerne, da die Fähigkeiten in großen Strukturen am besten ausgespielt werden können und die Produktivität entsprechend gesteigert werden kann. Zunehmend unterstützt PSI die Kunden auch bei der Generierung von neuen digitalen Einnahmeströmen.

Das Geschäft unterteilt sich in drei Segmente. Im Energiemanagement sind vor allem intelligente Lösungen für Rohrnetze und elektrische Netze sowie der Energiehandel enthalten. Im Produktionsmanagement, das für rund die Hälfte des Umsatzes steht, reicht die Palette von der Gewinnung von Rohstoffen über den Transport bis zu deren Umwandlung in Grundstoffe, die weitere Verarbeitung und die zugehörige Logistik. Im kleinsten Segment, dem Infrastrukturmanagement, geht es vor allem um die Verkehrssteuerung und öffentliche Transportleistungen.

Dr. Schrimpf präsentierte dann die Zahlen des Geschäftsjahres 2017. Der Auftragsbestand hat sich über diesen Zeitraum mit 128 (Vorjahr: 129) Mio. Euro praktisch nicht verändert. Schon am nächsten Tag standen aber wieder Wartungsaufträge in Höhe von 49 Mio. Euro zusätzlich im Orderbuch, was die Mitarbeiter für mehr als elf Monate auslastet. Grundsätzlich ist dies natürlich positiv zu werten. Damit bewegt sich der Konzern allerdings in einem Bereich, in dem über eine Ausweitung der personellen Kapazitäten nachgedacht werden müsste.

Die Auftragseingänge erhöhten sich im Konzern auf 190 (182) Mio. Euro. Im Energiemanagement entwickelte sich das Geschäft rückläufig. Als Grund nannte Dr. Schrimpf den im vergangenen Jahr noch deutlich niedrigeren Ölpreis, was weniger Aufträge aus den Upstream-Ländern zufolge hatte. Deutlich voran ging es im Produktionsmanagement und der positive Trend setzt sich fort. Im Infrastrukturmanagement verspricht sich der Vorstand zusätzliches Geschäft durch die Feinstaubdiskussion, von der der öffentliche Nahverkehr profitieren sollte.  

Der Umsatz kletterte um 5,2 Prozent auf 186 (177) Mio. Euro. Wichtig ist dem Vorstandsvorsitzenden hier, dass die Wartungserlöse auf 58 (52) Mio. Euro weiter ausgebaut werden konnten. Dieses Geschäft ist auch in Krisenjahren sicher. Weiter angestiegen sind im vergangenen Jahr Aufträge, bei denen PSI je nach Aufwand auf Tagesbasis bezahlt wird. Auch dies ist positiv, da nur das Auslastungsrisiko getragen werden muss. Dieser Bereich soll ebenfalls weiter ausgebaut werden.

Regional betrachtet kam es ebenfalls zu Verschiebungen. In den Upstream-Märkten in Russland, am Golf, in China, in Indien und Südostasien ging in den letzten Jahren aufgrund des niedrigen Ölpreises, Embargos und politischer Instabilität ein Umsatz von rund 20 Mio. Euro verloren. Dafür konnte in den westlichen Industrieländern mehr als 30 Mio. Euro an Neugeschäft generiert und diese Lücke mehr als ausgeglichen werden. Aktuell rücken nun, initiiert vor allem von Donald Trump, wieder neue Embargos in den Blickpunkt.

Gerne leitete Dr. Schrimpf dann zur Ertragslage über. Das EBIT konnte um 13,6 Prozent auf 13,4 (11,8) Mio. Euro ausgeweitet werden, was einen neuen Rekordwert bedeutet. Dieser liegt aber nur knapp über der Spitze, die im Konzern bereits im Jahr 2012 erreicht worden war. Das Ziel für 2018 ist ein zweistelliger Gewinnzuwachs, um dieses Niveau deutlich zu übertreffen. In diesem Zusammenhang informierte der Vorstand, dass die bilanzierten Pensionsverpflichtungen erstmals seit Jahren wieder auf 50,5 (52,0) Mio. Euro reduziert werden konnten.

Das Nettoergebnis kletterte um 10,5 Prozent auf 9,5 (8,6) Mio. Euro. Steuerlich profitiert PSI noch immer von dem verbliebenen Verlustvortrag aus den Dotcom-Zeiten. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 0,61 (0,55) Euro. Darin enthalten sind laut Dr. Schrimpf auch Einmaleffekte, die aber nicht gesondert ausgewiesen werden. Als Beispiel nannte er eine Forderungsabschreibung über 2 Mio. Euro als nachlaufenden Effekt aus der Broner-Übernahme. Allein durch den Wegfall dieser Belastung wird das Ergebnis im laufenden Jahr steigen.  

Der wesentliche Ergebnisbringer war das Produktionsmanagement. In diesem Segment wuchs das EBIT auf 8,6 (7,1) Mio. Euro. Im laufenden Jahr sollte es 10 Mio. Euro erreichen. Im Segment Energiemanagement erhöhte sich das Betriebsergebnis auf 6,0 (5,8) Mio. Euro. Die Lage im Infrastrukturgeschäft bezeichnete Dr. Schrimpf bei einem Segmentergebnis von minus 0,4 (plus 0,1) Mio. Euro als betrüblich. Mit dem deutlich steigenden Ölpreis sollte aber auch hier die Talsohle durchschritten sein.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verringerte sich vor allem in Folge von geringeren Anzahlungen auf 1,2 (13,3) Mio. Euro. Die liquiden Mittel verringerten sich im Stichtagsvergleich auf 38,1 (43,0) Mio. Euro. Zum Ende des ersten Quartals 2018 waren es allerdings schon wieder 42,5 Mio. Euro. Trotz des üppigen Cashbestands werden im Konzern quasi zum Hedging von Währungsrisiken bei Geschäften im Ausland Kredite in Fremdwährungen aufgenommen.

In diesem Zusammenhang kam der Vorstandschef auf die Dividende zu sprechen. Nach der Entscheidung im Jahr 2009, die Dividendenzahlung als Zeichen für die Stärke der Gruppe wieder aufzunehmen, sollen mittelfristig nun rund 35 Prozent des IFRS-Gewinns ausgeschüttet werden. Für 2017 lautete der Vorschlag auf 0,23 (0,22) Euro, die Quote liegt mit 38 Prozent etwas über dem mittelfristigen Zielwert. Die Ausschüttung erfolgt aus dem steuerlichen Einlagenkonto.

In der Bilanz gab es laut Dr. Schrimpf nur geringe Veränderungen. Die Bilanzsumme ging leicht auf 194 (199) Mio. Euro zurück. Das Eigenkapital stieg hingegen auf 80,3 (75,3) Mio. Euro, entsprechend verbesserte sich die Eigenkapitalquote auf 41,4 (37,8) Prozent. Bei den bilanzierten Firmenwerten von 56,5 (57,8) Mio. Euro sieht der Firmenchef einen großen Puffer. In diesem Zusammenhang informierte er, dass sich die Bilanzsumme mit den neuen Regelungen nach IFRS 16 um rund 14 Mio. Euro verlängern wird.

Die Entwicklung der Aktie bewertete Dr. Schrimpf als erfreulich. Der Kurs hat in den letzten zwölf Monaten weiter zugelegt. Im Folgenden präsentierte er die Aktionärsstruktur. Das Management und die Mitarbeiter halten nach wie vor rund 15 Prozent der Anteile, hinzu kommen 8,1 Prozent des PSI Incontrol-Gründers Harvinder Singh. Die innogy SE ist aktuell mit 17,8 Prozent beteiligt und der größte Aktionär ist die Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV mit einem Anteil 20,6 Prozent. Zudem hat die Baden-Württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte 5,1 Prozent gemeldet. Der weitere Streubesitz beträgt rund 15 Prozent, die von Fonds gehalten werden sowie etwa 18 Prozent in den Händen von Privatanlegern.

In diesem Zusammenhang kam Dr. Schrimpf auf ein Ereignis zu sprechen, das er als Paukenschlag in der Energiewirtschaft bezeichnete. Bekanntlich will E.ON den Wettbewerber innogy kaufen und den Bereich Erneuerbare Energien sofort an die RWE AG weiterreichen, die damit ihr Geschäft besser austarieren kann. E.ON baut mit der Transaktion die Marktstellung aus. Für PSI sieht der Vorstandschef vertrieblich nur positive Effekte und nach seiner Einschätzung gibt es für innogy auch einen großen Anreiz, den Anteil zu halten oder sogar noch zu steigern. Man müsse nun abwarten, was passiert.

Weiter informierte Dr. Schrimpf, dass im Konzern jeweils rund 10 Prozent des Umsatzes in die Forschung und Entwicklung investiert werden. Grob aufgeteilt wird ein Drittel für neue Funktionalitäten aufgewendet, ein weiteres Drittel, um die Basistechnologie voranzubringen, und ein Drittel geht in die Migration, also die Überführung der Altsoftware auf die neue Konzernplattform. Letzteres bedeutet nach Angabe des Firmenchefs eine große Kraftanstrengung, wird sich aber auszahlen.

Als großes Thema für die Zukunft sieht der Vorstandsvorsitzende die Optimierung der Produktion mit künstlicher Intelligenz (KI). PSI hat in diesem Bereich bereits eine starke Stellung, nachdem der Konzern mit den Leitsystemen über die industriellen Daten verfügt, ohne die KI-Systeme nicht funktionieren. Viel verspricht er sich in der Branche vor allem aus der Kombination von KI-Systemen mit konventionellen Verfahren, womit sich Nachteile ausgleichen und Vorteile potenzieren lassen. Ganz wesentliche Themen sind Präzision und Stabilität.

Das Alleinstellungsmerkmal in der Produktion war laut Dr. Schrimpf für PSI bislang das sogenannte Perlenkettenprinzip. Dieses ermöglicht eine deutlich höhere Produktivität und wird laufend verbessert. Aktuell wird dieses Prinzip um die Schwarmfertigung und die Bereiche dazwischen erweitert, womit Automobilproduzenten ihre Produktivität um gewaltige 15 bis 20 Prozent steigern können. Der zugrunde liegende Algorithmus ist fertig, es müssen jedoch noch einige Hausaufgaben erledigt werden.  

Abschließend präsentierte Dr. Schrimpf die Vision für das Jahr 2022. Bis dahin soll PSI zum weltweit aktiven zentraleuropäischen Marktführer für intelligente Steuerungs- und Optimierungssoftware in den Bereichen Produktion und Energie entwickelt werden. Die weltweite Marktführerschaft werde man nicht schaffen. Auch so ist das Ziel aber groß genug. Künftig werden mit dem Energiemanagement und dem Produktionsmanagement nur noch zwei Segmente ausgewiesen.

Die Mitarbeiterzahl soll von aktuell rund 1.700 Personen auf 2.000 Personen ausgeweitet werden. Das Ziel, den Umsatz bis 2022 auf 235 Mio. Euro auszuweiten, mag auf den ersten Blick nicht besonders ambitioniert klingen. Dabei gilt es laut Dr. Schrimpf aber zu berücksichtigen, dass mit der Umstellung von einem Verkauf- auf ein Mietmodell sich ein Teil der Umsätze immer in die Zukunft verschiebt.

Deutlich stärker wird sich der Ertrag entwickeln. Nach der Migration der Produkte auf die neue Konzernplattform, die zunächst einmal 20 Mio. Euro kostet, werden die jährlichen FuE-Ausgaben auf 8 Prozent des Umsatzes sinken. Zudem können verbunden mit dieser Umstellung erhebliche Kosteneinsparungen realisiert werden. Die EBIT-Marge soll deshalb von aktuell 7,2 (6,7) Prozent bis 2022 auf 10 bis 13 Prozent weiter deutlich anstiegen.

Das laufende Jahr 2018 hat mit einem deutlichen Anstieg des Auftragseingangs auf 93 (78) Mio. Euro im ersten Quartal gut begonnen. Der Konzernumsatz kletterte insbesondere dank des Wachstums im Bereich elektrische Netze um 5 Prozent 45,7 (43,8) Mio. Euro. Sehr zufrieden zeigte sich der Vorstandschef insbesondere mit der Entwicklung in Nordamerika, wo bei einem Umsatz von 10 Mio. Euro eine deutlich zweistellige Marge erwirtschaftet wurde. Das Geschäft soll dort weiter ausgebaut werden.

Schwierig ist die Situation nach Aussage des Vorstandschefs bedingt durch die Embargos in Russland und jetzt auch wieder im Iran. Gerade mit den langlaufenden Verträgen ist es nicht einfach, auf derartige Entwicklungen schnell zu reagieren. Grundsätzlich zeigte sich Dr. Schrimpf aber optimistisch. Für das Gesamtjahr 2018 stellte er einen Umsatzanstieg auf 200 Mio. Euro und ein EBIT von über 15 Mio. Euro in Aussicht. 2018 wird erneut ein gutes Jahr für PSI werden.


Allgemeine Aussprache


Michael Kunert zeigte sich als Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) insgesamt zufrieden mit der Entwicklung der PSI. Seit der Gründung sind mittlerweile 50 Jahre vergangen und das Unternehmen ist seit 20 Jahren an der Börse notiert, was nach seiner Auffassung beides ein großer Erfolg ist, zumal es zwischenzeitlich Zweifel gegeben hat, ob das Softwareunternehmen überhaupt überleben wird.

Offensichtlich war es die richtige Entscheidung gewesen, Dr. Schrimpf zum Vorstand zu bestellen. Auf Nachfrage von Herrn Kunert informierte dieser selbst, dass er im Oktober 2002 bei einem Aktienkurs von 0,85 Euro in den Vorstand eingetreten ist. Mit Blick auf das aktuelle Kursniveau von 16,50 Euro müsse man sich da sicherlich nicht verstecken.

Dr. Malte Diesselhorst äußerte sich als Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ähnlich und beglückwünschte zu der erfolgreichen Arbeit der letzten Jahre. Seit Jahren kann der Vorstand schöne Ergebnisse präsentieren. Ihm hatte auch der interessante und launige Vortrag von Dr. Schrimpf gefallen. Andreas Bergius von der Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV äußerte sich ebenfalls erfreut über die stetig positive Geschäftsentwicklung.

Auseinander gingen die Meinungen beim Dividendenvorschlag. Herr Kunert zeigte sich zufrieden, dass mit einer Anhebung der Ausschüttung um 1 Cent Kontinuität gewahrt wird. Wilfried Götze, der wie in den Vorjahren ehemalige Mitarbeiter vertrat, war dies hingegen mit Blick auf die deutlich verbesserten wirtschaftlichen Daten zu wenig. Er schlug vor, im kommenden Jahr einen Jubiläumsbonus von 5 Cent zu zahlen. Herr Kunert fragte mit Verweis auf die Vision 2022 nach einer Dividendenvision für 2022.

Diesbezüglich wollte sich Dr. Schrimpf nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Es gibt zu viele Parameter, die nicht abgeschätzt werden können. Man habe deshalb bei der Dividende keine Projektion bis 2022 gemacht. Denkbar wäre, dass das Ergebnis je Aktie bis dahin 1 Euro betragen könnte. Bei einer geplanten Ausschüttungsquote von 35 Prozent würde die Dividende entsprechend steigen. Über die Forderung nach 5 Cent Jubiläumsdividende werde man in Vorstand und Aufsichtsrat diskutieren.

Ein Problem hatte Herr Kunert mit der Wahl des Abschlussprüfers, nachdem die Steuerberatungsleistungen enorm gestiegen sind. Seiner Meinung nach spricht auch für einen Wechsel, dass Ernst & Young bereits seit dem Börsengang im Jahr 1998 prüft. Spätestens in einigen Jahren müsste man mit der neuen gesetzlichen Regelung ohnehin einen neuen Prüfer suchen.

In seiner Antwort stellte Herr Trippel klar, dass man den Abschlussprüfer nicht erst 2024 wechseln werde. Selbstverständlich macht sich der Aufsichtsrat jedes Jahr Gedanken über dieses Thema. Bei Ernst & Young hat es bereits eine interne Rotation gegeben. Zudem gehört zur Kontinuität auch ein eingespieltes Team. Im Sinne der Gesellschaft und der Aktionäre scheint es ihm sinnvoll, erst einmal bei Ernst & Young zu bleiben, zumal ein Wechsel mit erheblich höheren Kosten verbunden wäre.

Ein Thema beider Aktionärsschützer war die Angabe im Vorstandsbericht, wonach der Konzern in den Ölförderstaaten insgesamt 20 Mio. Euro Umsatz eingebüßt hat. Herr Kunert und Dr. Diesselhorst erkundigten sich insbesondere nach der Entwicklung in Russland und im Iran. Sie sahen die Gefahr, dass sich PSI aus diesen Ländern komplett zurückziehen muss, um das Geschäft mit den USA nicht zu gefährden.

Wie Dr. Schrimpf darlegte, kommen die Ölförderländer bei einem aktuellen Ölpreis über 70 US-Dollar wieder in Schwung. Es gibt aus diesen Regionen wieder vermehrte Anfragen nach den Produkten und Dienstleistungen von PSI. Problematisch ist allerdings, dass es bis zur Auftragserteilung in der Regel ein Jahr dauert und weitere zwei, bis der Auftrag abgewickelt ist. Mit Blick darauf brauche man in bestimmten Regionen gleich gar nicht anzufangen. In Russland werde man sicher aktiv bleiben, dort läuft das Geschäft robust.

Auch mit der Entwicklung in China zeigte sich der Firmenchef zufrieden. Und im Iran ist PSI nach seiner Aussage sogar Marktführer im Bereich Verteilernetze. Selbstverständlich stehe man dort in engem Kontakt mit den deutschen Behörden. Die Frage ist allerdings, inwieweit die Banken in der aktuellen Situation noch in der Lage sind, Zahlungen in dieser Region abzuwickeln. Nach der Öffnung des Marktes ist PSI im Iran verstärkt aktiv geworden. Jetzt müsse man die Projekte gegebenenfalls wieder auf Eis legen.

In diesem Zusammenhang interessierte Herr Kunert, wie stark der Effekt aus dem Ölpreis auf das Geschäft von PSI ist. Nach Angabe von Dr. Schrimpf ist hier die wesentliche Frage, ob der Preis über oder unter der Schwelle von 70 US-Dollar notiert. Aktuell sei man darüber und damit läuft das Geschäft in den Ölförderstaaten.

Dr. Diesselhorst erkundigte sich nach der Situation in Amerika. Er hatte den Ausführungen des Vorstands entnommen, dass in den USA ein größerer Wachstumsschritt geplant ist. Mit einem Umsatz von bisher nur 20 Mio. Euro schien ihm PSI aber zu klein zu sein für eine erfolgreiche Aktivität in diesem großen Markt.

Diese Sorge teilte Dr. Schrimpf nicht. Entscheidend ist nach seiner Aussage die Größe in der adressierten Nische und im Bereich Metals ist PSI in den USA der Marktführer. Es gibt Verträge mit praktisch allen Stahlunternehmen und es wird ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftet. Das Ziel ist es nun, das Geschäft in anderen Bereichen in kleinen Schritten auszubauen.

Grundsätzlich hielt es Dr. Diesselhorst für überlegenswert, die internationale Wettbewerbsposition durch Akquisitionen auszubauen und das Wachstum so zu beschleunigen. Diesem Vorschlag wollte Dr. Schrimpf eher nicht nachkommen. Wie er darlegte, sind die Bewertungen in der Branche sehr hoch, Übernahmen wären zu teuer. Der Fokus liegt auf dem organischen Wachstum. Wenn überhaupt wird es höchstens kleinere Zukäufe geben. Statt einer zu teuren Übernahme sollen im Übrigen lieber Reserven im Unternehmen aufgebaut werden.

Interessant fand Herr Kunert, dass bewusst Kredite im Ausland aufgenommen werden, um das Währungsrisiko auszugleichen. Er schlug vor, zusätzlich Rechnungen verstärkt in Euro zu stellen. Nach Aussage von Dr. Schrimpf wird dies soweit möglich immer so gehandhabt. Teilweise ist dies möglich, weil die Kunden Einnahmen in Europa haben. Eine Absicherung über Derivate ist nach seiner Überzeugung keine Option, da zu teuer. Und teilweise gibt es auch Translationsrisiken, die nicht abgesichert werden können.

Ein weiteres Thema von Dr. Diesselhorst war die Veränderung des Geschäftsmodells dahingehend, dass die Software künftig nicht mehr verkauft, sondern vorranging vermietet werden soll. Er wollte wissen, wie es dann mit den Wartungsumsätzen aussieht. Hier informierte Dr. Schrimpf, dass eine Abgrenzung zwischen den einzelnen Erlösquellen nicht immer einfach ist. Teilweise haben die Umsätze mehr Lizenz-, teilweise mehr Dienstleistungscharakter. Vermutlich müsse man die Aufgliederung überarbeiten.

Ergänzend zu den Ausführungen im Vorstandsbericht bat der DSW-Sprecher um weitere Informationen, wie es mit der Beteiligung von innogy nach dem Verkauf dieses Unternehmens weitergehen könnte. Nach Aussage von Dr. Schrimpf gibt es seit Jahren einen engen Kontakt mit E.ON und innogy. Beide Unternehmen sind große Kunden und es gibt eine enge Zusammenarbeit im FuE-Bereich. Es wäre von Interesse für PSI, wenn das Engagement bestehen bleibt. Beispielsweise wird das Investment von innogy bei Gesprächen mit asiatischen Kunden als Zeichen für Stabilität gedeutet.

Betreffend die Migration der Softwareprodukte auf die Konzernplattform informierte Dr. Schrimpf, dass die Umstellung aktuell etwa zur Hälfte abgeschlossen ist. Natürlich bedeutet es eine enorme Kraftanstrengung und es verursacht hohe Kosten, bis alle Kunden umgestellt sind. Der Prozess wird auch noch einige Jahre dauern. Letztlich wird der Effekt auf die Profitabilität aber sehr positiv sein. Nur deshalb geht die Planung davon aus, dass das EBIT bis 2022 bis auf mehr als 23 Mio. Euro gesteigert werden kann.

Befragt nach dem noch zur Verfügung stehenden Verlustvortrag informierte Finanzvorstand Harald Fuchs, dass sich im vergangenen Jahr in Deutschland der Verlustvortrag bei der Körperschaftssteuer auf 32 (38) Mio. Euro reduziert hat. Es wird also noch einige Jahre dauern, bis der Betrag komplett verbraucht ist. Zudem könnten noch 18,4 Mio. Euro neu hinzukommen, wenn sie gemäß den neuen gesetzlichen Regelungen tatsächlich wieder aufleben.

Herr Bergius zeigte sich überzeugt von den Perspektiven der Gruppe, die in echten Zukunftsmärkten unterwegs ist. Es handelt sich quasi um ein Hochtechnologieunternehmen. Seine Frage, wie der Konzern in zehn Jahren aussehen könnte, fand Dr. Schrimpf durchaus interessant. Nach seiner Einschätzung wird es dann zu 90 Prozent Standardmodule geben und sich der Anteil der Produkte mit markttypischen Funktionen auf nur noch 10 Prozent reduzieren. Es kann so immer stärker mit Standardbauteilen agiert werden.


Abstimmungen

Der Vorsitzende verkündete die Präsenz mit 10.965.328 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 40.185.256,96 Euro, eingeteilt in 15.697.366 Aktien, entsprach dies einer Quote von 69,85 Prozent.

Die Ausschüttung einer Dividende von 0,23 Euro (TOP 2) wurde fast einstimmig beschlossen. Bei der Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie der Wahl der Ernst & Young GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5) ergaben sich jeweils rund 1,4 Millionen Gegenstimmen, mithin eine Zustimmungsquote von etwa 87 Prozent.

Gegen 13:30 Uhr wurde die Hauptversammlung beendet.


Fazit

Die erfolgreiche Entwicklung der PSI Software AG setzte sich im Geschäftsjahr 2017 fort. Umsatz und Ergebnis erhöhten sich weiter, das Ergebnis sogar deutlich stärker als der Umsatz. Mit einem EBIT von 13,4 (11,8) Mio. Euro wurde erstmals wieder mehr verdient als im vorherigen Spitzenjahr 2012 und das Ergebnis je Aktie beträgt 0,61 (0,55) Euro. Die Aktionäre werden am Erfolg mit einer auf 0,23 (0,22) Euro leicht erhöhten Dividende beteiligt. Künftig sollen rund 35 Prozent des IFRS-Ergebnisses als Dividende ausgeschüttet werden.

Das laufende Jahr hat ebenfalls positiv begonnen. Als Vorteil erweist sich insbesondere der wieder deutlich erstarkte Ölpreis. Über einem Niveau von 70 US-Dollar zieht erfahrungsgemäß das Geschäft in den Upstream-Märkten in Russland und im Nahen Osten an. In den letzten Jahren waren dort erhebliche Umsätze verlorengegangen, was jedoch durch zusätzliches Geschäft in anderen Bereichen ausgeglichen werden konnte. Vielversprechend klingen zudem die Aktivitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz zur Optimierung der Prozesse bei den Kunden.

Vor Kurzem das Unternehmen eine Mittelfristprognose veröffentlicht. Danach soll der Umsatz bis zum Jahr 2022 nur leicht auf 235 Mio. Euro ansteigen, was wesentlich der laufenden Umstellung vom Kauf zur Vermietung der Softwareprodukte geschuldet ist. Das Ergebnis soll hingegen deutlich stärker ausgebaut werden. Bei einer angepeilten EBIT-Marge zwischen 10 und 13 Prozent wäre dann ein Ergebnis von 1 Euro denkbar. Allerdings gibt es über diesen Zeitraum natürlich erhebliche Unsicherheiten.

 

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