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RATIONAL AG (ISIN DE0007010803)

Iglinger Straße 62
D-86899 Landsberg am Lech
Deutschland
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Die Hauptversammlung der Rational AG fand am 29. April 2015 wie gewohnt in der Schwabenhalle der Messe Augsburg statt. Mit rund 800 Aktionären und Gästen, darunter auch Schüler aus der Region, hatten sich zu diesem Ereignis nochmals mehr Teilnehmer als in den Vorjahren eingefunden. Für GSC Research war Matthias Wahler vor Ort.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hans Maerz eröffnete die Versammlung um 10 Uhr und teilte mit, dass der Aufsichtsratsvorsitzende und Großaktionär Siegfried Meister krankheitsbedingt nicht anwesend sein kann. Gemäß der Satzung übernahm deshalb Dr. Maerz die Versammlungsleitung.

Zunächst richtete dann der Oberbürgermeister der Stadt Landsberg am Lech einige Grußworte an die Hauptversammlung. Er äußerte sich insbesondere erfreut über die hohen Gewerbesteuereinnahmen, die die Rational AG als größter Arbeitgeber der Stadt regelmäßig überweist. Er bedankte sich aber auch für das vielfältige kulturelle Engagement des Unternehmens.

Im Anschluss erläuterte Dr. Maerz die Formalien und sprach einige ergänzende Worte zum Bericht des Aufsichtsrats, der sich im Geschäftsjahr 2014 zu insgesamt elf Sitzungen und 17 sonstigen Beratungen getroffen hat. Danach übergab er das Wort an den Vorstand.


Bericht des Vorstands

Der seit Januar 2014 amtierende Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Stadelmann begann seinen Vortrag mit einigen Erläuterungen zu den drei Erfolgsquellen, aus denen sich nach seiner Überzeugung die sehr positive Entwicklung der Rational AG in den letzten Jahren speist. Dies sind die strikte Ausrichtung des Geschäfts auf den Kundennutzen, die konsequente Konzentration und Spezialisierung und das Prinzip „Unternehmer im Unternehmen“ (UiU).

Als oberstes Ziel sieht Dr. Stadelmann bei Rational nicht die Gewinnmaximierung. Im Vordergrund steht vielmehr der höchstmögliche Nutzen für die Menschen, die in Groß- und Gewerbeküchen thermisch Speisen zubereiten. Erst als Folge daraus ergeben sich die sehr zufriedenstellende Ertragssituation und zufriedene Mitarbeiter. Mit den Empfehlungen der Kunden arbeitet dann quasi der Markt für Rational.

Rund 300 Küchenmeister arbeiten laut Dr. Stadelmann bei Rational und zwar nicht nur in Forschung und Entwicklung, sondern auch in Beratung und Vertrieb. Dienstleistungen haben eine hohe Bedeutung für den Erfolg. Rational bietet eine professionelle Beratung von Koch zu Koch vor dem Produktkauf und danach ein Rund-um-Sorglos-Paket für den Kunden.

Die Geräte von Rational finden sich, wie Dr. Stadelmann aufzeigte, an vielen interessanten Orten. Als Beispiel nannte er unter anderem den Buckingham Palace und das Weiße Haus. Präsident Barack Obama hat demnach während des Super Bowl ein Interview in der Küche des Weißen Hauses und im Hintergrund war das Rational-Logo deutlich zu erkennen gewesen. „Zu Hause in den Profiküchen der Welt“ lautet mit Recht der Slogan von Rational.

Erfolgsquelle Nummer zwei ist die strikte Spezialisierung auf die thermische Speisenzubereitung. Die klar umrissene Zielgruppe sind Küchen, in denen mindestens 30 Essen pro Tag zubereitet werden. Vor allem sind dies Caterer, Restaurants, Gemeinschaftsverpflegungen und zunehmend auch Supermärkte, die ihr Angebot erweitern. Nach Schätzung des Vorstands nutzen erst rund 30 Prozent der potenziellen Kunden den Combi-Dämpfer und lediglich 1 Prozent das FRIMA VarioCooking Center (VCC), das vor einigen Jahren als zweites Standbein am Markt eingeführt worden ist.

Als neuestes Produkt präsentierte Dr. Stadelmann im Folgenden das SelfCookingCenter 5 Senses (SCC). Dieses Gerät verfügt über eine nochmals verbesserte Garintelligenz, die den optimalen Garverlauf selbständig ermittelt. Es ist das einzige intelligente Kochsystem mit fünf Sinnen, das fühlt, erkennt, mit- und vorausdenkt, vom Koch lernt und sich mit ihm verständigt. Sämtliche Kunden, die bereits das SelfCookingCenter whitefficiency nutzen, erhalten ein kostenloses Upgrade.

Das VarioCooking Center und das SelfCookingCenter ergänzen sich laut Dr. Stadelmann perfekt. Werden beide Geräte zusammen eingesetzt, ist die Küche praktisch komplett eingerichtet. Wie er an einer Grafik aufzeigte, werden dann statt zuvor 16 Geräte nur noch diese beiden benötigt. Mit Blick darauf ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt, dass Rational mit dem VCC und dem SCC über zwei überlegene Produktfamilien verfügt.

Die dritte Erfolgsquelle sind die Mitarbeiter, die ihre Arbeit weitgehend eigenständig nach der UiU-Philosophie verrichten. Gerne berichtete Dr. Stadelmann, dass nach der jüngsten Erhebung 92 Prozent der Beschäftigten stolz auf ihr Unternehmen sind. Er sieht Rational als große Familie. Im vergangenen Jahr ist die Zahl Mitarbeiter um 83 Personen auf 1.424 gewachsen. Davon wurden 51 Personen allein neu in Vertrieb und Marketing eingestellt.

Gespeist aus diesen drei Erfolgsquellen verzeichnet Rational seit Jahren kontinuierliche Wachstumsraten. Durchschnittlich waren es in den letzten zehn Jahren 8 Prozent p. a. Die EBIT-Marge lag mit durchschnittlich 28 Prozent regelmäßig auf einem sehr hohen Niveau. Den Weltmarktanteil von Rational schätzt der Vorstand aktuell auf 54 Prozent. Umsätze werden mittlerweile in 121 Ländern erwirtschaftet und Rational gewinnen regelmäßig Preise.

An dieser Stelle übernahm Finanzvorstand Erich Baumgärtner, der von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2014 berichten konnte. Nach einem verhaltenen Start wuchsen die Umsätze von Quartal zu Quartal. Eine positive Entwicklung war vor allem in Europa zu verzeichnen. In Großbritannien sorgte ein neues Gesetz für Rückenwind, wonach jedem Grundschulkind ein kostenloses Mittagessen serviert werden muss.

Auch in Italien und Spanien war nach dem schwachen Abschneiden in den Vorjahren wieder Wachstum zu verzeichnen. Der Umsatzanteil von Europa inklusive Deutschland erhöhte sich auf 66 (Vorjahr: 63) Prozent. Schwach präsentierte sich hingegen der russische Markt. In Amerika und Asien verharrten die Erlöse währungsbereinigt nur auf dem Niveau des Vorjahres. Speziell in den USA fehlten die Kettenaufträge, die im Vorjahr zusätzlichen Schub verliehen hatten.

Der Konzernumsatz kletterte um 8 Prozent auf 497 (461) Mio. Euro und das EBIT verbesserte sich um 13 Prozent auf 145 (128) Mio. Euro. Damit erhöhte sich die EBIT-Marge auf 29 (28) Prozent. Allerdings ist dies, wie Herr Baumgärtner anfügte, zum Teil auch der Euroschwäche im vierten Quartal geschuldet, die die EBIT-Marge allein um einen Prozentpunkt verbesserte. Währungsbereinigt hielt der Wert mit 28 Prozent das gute Vorjahresniveau.

Die Vertriebs- und Servicekosten erhöhten sich leicht überproportional zum Umsatz. Dies resultiert aus dem Ausbau der Vertriebskapazitäten in vielen Märkten. Den Anstieg des Forschungs- und Entwicklungsaufwands begründete der Finanzchef mit der Absicherung und Verbesserung der technologisch führenden Position. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 6 Prozent und damit etwas geringer als der Umsatz.

Bei einer unveränderten Steuerquote von 24 Prozent kletterte der Jahresüberschuss auf 110 (97) Mio. Euro. Die Nettomarge verbesserte sich auf 22 (21) Prozent. Der Gewinn je Aktie errechnet sich mit 9,68 (8,55) Euro und der Vorschlag an die Hauptversammlung lautete, die Dividende auf 6,80 (6) Euro zu erhöhen. Dies entspricht Herrn Baumgärtner zufolge einer Ausschüttungsquote von rund 70 Prozent. Insgesamt werden 77 Mio. Euro an die Aktionäre ausgezahlt. 

Die Bilanz bewertet Herrn Baumgärtner als grundsolide. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 73,4 (71,3) Prozent und die liquiden Mittel wuchsen auf 225 (200) Mio. Euro weiter an. Die langfristigen Bankverbindlichkeiten von 26 (31) Mio. Euro resultieren nach Aussage des Finanzvorstands vor allem aus Bauinvestition in Landsberg. Zum größten Teil haben sie eine Laufzeit bis 2022 bzw. 2023. Im vergangenen Jahr wurden keine neuen Finanzierungsverträge abgeschlossen.

Im Anschluss warf Herr Baumgärtner einen Blick auf die Aktie, deren Kurs sich seit dem Börsengang fast verzehnfacht hat. Nach fünf Jahren M-DAX-Zugehörigkeit wurde das Papier im November 2014 wieder in den S-DAX eingestuft, da die Handelsvolumina zu gering waren. Dies hat den Kurs aber nicht negativ beeinflusst. Ganz im Gegenteil hat die Notierung in den ersten Monaten des laufenden Jahres erheblich zugelegt.

Ins Jahr 2015 ist Rational nach Aussage des Finanzchefs ganz hervorragend gestartet. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse um 24 Prozent auf 124 (101) Mio. Euro. Alle Regionen haben zu dem Wachstum beigetragen, vor allem die Zukunftsmärkte Amerika und Asien. Währungsbereinigt belief sich das Umsatzwachstum auf 19 Prozent.

Das EBIT sprang sogar um 70 Prozent nach oben. Zu einem Teil ist dies indes den positiven Währungseffekten geschuldet, in erster Linie dem britischen Pfund, dem US-Dollar und dem japanischen Yen. Währungsbereinigt kam das operative Ergebnis um 25 Prozent voran. Mit Blick auf diese Zahlen ist der Vorstand optimistisch, den Wachstumskurs fortsetzen zu können. Es gibt immer noch ein hohes unerschlossenes Marktpotenzial.

Vor Eintritt in die Diskussion richtete nochmals Dr. Maerz das Wort an die Hauptversammlung. Wie er darlegte, soll unter TOP 6 über die Vergrößerung des Aufsichtsrats von drei auf sechs Mitglieder beschlossen werden. Er hält dies für sinnvoll, da so die Expertise verbreitert und die Aufgaben auf mehr Schultern verteilt werden können. Als zusätzliche Mitglieder sollten die Herren Dr. Gerd Lintz, Werner Schwind und Dr. Hermann Garbers in das Gremium gewählt werden.


Allgemeine Aussprache


Dr. Günther Hausmann von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) beglückwünschte den Vorstand zum Erfolg des Geschäftsjahres 2014. Er hatte sich auf der letztjährigen Hauptversammlung nach dem verhaltenen Start noch zurückhaltend geäußert. Tatsächlich ist der Umsatz nun deutlich gestiegen und die EBIT-Rendite lag mit 29 Prozent sogar über der Prognose, auch wenn günstige Währungseffekte mit beigetragen haben. Kaum ein anderes Unternehmen kommt nach seiner Kenntnis auf eine solche Umsatzrendite.

Auch Felix Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zeigte sich beeindruckt von den präsentierten Zahlen. Die überragende Performance der Aktie in den ersten Monaten des laufenden Jahres spiegelt seiner Meinung nach den geschäftlichen Erfolg und die ausgezeichneten Perspektiven wider.

Eine weitere Wortmeldung kam von Werner Friedmann als Vertreter der Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV. Er gratulierte ebenfalls zu dem erzielten Ergebnis. Vor einem Jahr hatte er noch an der Prognose gezweifelt, nun wurde sie tatsächlich erfüllt. Er sah sich in seinem Vertrauen in die Perspektiven von Rational gestärkt.

Dr. Hausmann hatte errechnet, dass die Rational AG an der Börse mittlerweile mit mehr als 3 Milliarden Euro und damit dem sechsfachen Umsatz bewertet wird, was durchaus eine beachtliche Größe ist. Dennoch zeigte er sich überzeugt, dass die solide Geschäftspolitik, die enormen Marktchancen und insgesamt die Sonderstellung des Unternehmens dazu beitragen werden, dass sich die Aktie weiterhin überproportional entwickeln wird.

Herr Schneider hakte nach, ob nach Meinung des Vorstands irgendwelche Nachteile mit dem Ausscheiden aus dem M-DAX verbunden sind. Dies ist Herrn Baumgärtner zufolge nicht der Fall. Offensichtlich gab es keine negativen Auswirkungen auf die Kursentwicklung und die Handelbarkeit war auch im M-DAX schon gering, da die meisten Aktionäre langfristig an ihren Papieren festhalten. Er fühlt sich im S-DAX wohl, würde sich aber gegen eine Wiederaufnahme in den M-DAX nicht wehren.

Herrn Friedmann interessierte, wie der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien steht. Dieses Thema wird nach Aussage des Finanzvorstands nicht diskutiert. Der Freefloat ist ohnehin schon relativ gering.

Aktionärin Beate Sander sprach sich dafür aus, trotz des optisch hohen Kursniveaus von über 300 Euro keinen Splitt durchzuführen. Dies würde nur noch mehr Teilnehmer zur Hauptversammlung locken, die sich mit geringem Einsatz ein gutes Mittagessen sichern wollen. Herr Baumgärtner konnte sie beruhigen, dass diesbezüglich nichts geplant ist.

Der SdK-Sprecher bat den Vorstand um eine Abschätzung des Marktpotenzials in den wichtigen Regionen. In Europa und vor allem im Heimatmarkt Deutschland müsste seiner Einschätzung nach doch mittlerweile eine gewisse Sättigung erreicht sein.

Wie Vertriebsvorstand Markus Paschmann darlegte, gibt es überall noch Wachstumschancen. In Asien sind der Bekanntheitsgrad und die Marktdurchdringung noch gering. Theoretisch können dort also noch viele neue Kunden gewonnen werden. In den USA ist Rational schon bekannter. Wichtig ist es dort, den Vertrieb an die dortigen Bedürfnisse anzupassen. In Europa sind die Geräte schon stark verbreitet. Derzeit ist aber eine positive Tendenz in Süd- und Osteuropa zu beobachten.

Befragt nach mehr Details zu den Vertriebsaktivitäten erläuterte Herr Paschmann, dass er die Entwicklung in den einzelnen Märkten genau beobachtet. Je nach Region sind die Anforderungen an die Küche sehr unterschiedlich und es gibt unterschiedliche Anforderungen an die Produkte von Rational. Daraus leite man konkrete Maßnahmen ab.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Kunden in der Breite optimal beraten werden können. Beispielsweise sind die Anforderungen bei Ketten- und Einzelrestaurants sehr unterschiedlich. Um näher am Kunden zu sein, wurden Kompetenzzentren in Singapur und Kolumbien etabliert, mit denen die beiden wichtigen Wachstumsregionen abgedeckt werden. Eine große Rolle spielen auch Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen.

Des Weiteren hatte Dr. Hausmann den Unterlagen entnommen, dass für das laufende Jahr Rekordinvestitionen von 19 Mio. Euro geplant sind. Er bat um eine Aussage, in welchen Bereichen Neuentwicklungen zu erwarten sein könnten. Herr Friedmann fragte ergänzend, ob sich grundsätzlich auch markterweiternde Produkte in der Planung befinden.

Wie Technikvorstand Peter Wiedemann klarstellte, wird Rational die Produktpalette nicht diversifizieren. Im Übrigen bat er um Verständnis, dass er keine Aussage zu laufenden Projekten treffen wolle. Es könnte das Geschäft gefährden, wenn vorab zu viel bekannt wird. Investiert wird in die Weiterentwicklung der Produkte und die Grundlagenforschung, letztlich also in die nächste Gerätegeneration. Auch in den kommenden Jahren sollen rund 4 Prozent des Umsatzes investiert werden.

Herrn Schneider war aufgefallen, dass die FuE-Kosten immer komplett als Aufwand gebucht werden. Dieses Vorgehen ist zwar konservativ. Die Aktivierung zumindest eines Teils der Entwicklungskosten würde die tatsächliche Ertragslage des Unternehmens seiner Meinung nach aber besser widerspiegeln.

Nach Aussage von Herrn Wiedemann waren die Voraussetzungen für die Aktivierung nicht vollständig erfüllt. Die FuE-Kosten wurden deshalb in den letzten Jahren vollständig als Aufwand verbucht. Mit den veränderten IFRS-Bilanzierungsvorschriften wird aktuell geprüft, ob die Kosten zumindest teilweise aktivierungspflichtig sind. Man würde dies dann entsprechend handhaben.

Dem Vorstandsbericht hatte Dr. Hausmann entnommen, dass die USA als wichtiger Zukunftsmarkt angesehen werden. Gerade dort ist der Umsatz im vergangenen Jahr aber gefallen. Er bat um eine Erklärung. Auch Herr Friedmann wollte wissen, wo das Problem liegt und was geändert werden soll, damit sich die Situation verbessert. In seiner Antwort bestätigte Herr Paschmann, dass der Vorstand in Nordamerika das größte Potenzial sieht. Die Marktstruktur unterscheidet sich dort allerdings stark von der in Europa. Üblich sind in den USA Kettenrestaurants, auf die es ein besonderes Augenmerk zu richten gilt. Außerdem ist die Händlerstruktur dort viel mehr konzentriert, Händler sind dort eher Distributoren.

Entsprechend gilt es die Strategie anzupassen, um die Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Von Seiten Rational wurden spezielle Teams aufgestellt und es ist geplant, verstärkt Key Accounts zu generieren. Nach Überzeugung von Herrn Paschmann befindet sich Rational in den USA auf einem gutem Weg. Im vergangenen Jahr ist das Flächengeschäft in Nordamerika zweistellig gewachsen.

Das Hauptthema des DSW-Sprechers waren die liquiden Mittel, die um weitere 25 Mio. Euro auf 225 Mio. Euro angestiegen sind. Damit stehen sie, wie Dr. Hausmann verdeutlichte, für mehr als 50 Prozent der Bilanzsumme und der größte Vermögensposten wirft keinen Ertrag ab, wenn nur auf Zinsen gesetzt wird. Er schlug vor, die Mittel renditeträchtiger anzulegen oder eine höhere Dividende auszuschütten.

Herr Baumgärtner konnte hier nur seine Aussage aus den Vorjahren wiederholen. Rational hält die hohe Liquidität als Risikoposition vor, um für etwaige Risiken gewappnet zu sein. Die Ausschüttungsquote scheint ihm mit 70 Prozent absolut ausreichend zu sein. Und Rational wird auch künftig an der konservativen Anlagepolitik festhalten und keine Risiken eingehen.

Ferner war dem SdK-Vertreter aufgefallen, dass die Marge bei Rational stolze 30 Prozent beträgt, bei FRIMA hingegen nur 17 Prozent. Wie Herr Wiedemann darlegte, resultiert dies daraus, dass FRIMA heute da steht, wo Rational vor 30 Jahren gestanden hat. Die verkauften Stückzahlen sind noch zu gering. Die Marge von 17 Prozent ist eigentlich schon sehr gut. Der Vorstand ist aber zuversichtlich, dass sie mit der weiteren Marktdurchdringung weiter ansteigen wird.

Mehrfach kam die Frage nach der Situation in Russland auf. Direkt ist Rational dort laut Herrn Paschmann nicht von den Sanktionen betroffen. Die Nachfrage ist aber natürlich eingebrochen und zusätzlich belasten die Wechselkursverwerfungen. Dennoch hält der Vorstand an dem Markt fest und bleibt vor Ort. Herr Paschmann ist überzeugt, dass sich das Geschäft wieder positiv entwickeln wird.

Auf Nachfrage von Frau Sander sprach Herr Paschmann einige Worte zur Wettbewerbssituation. Wie er darlegte, gibt es mehr als 100 Unternehmen, die den Combidämpfer anbieten. Die meisten sind allerdings sehr klein und teilweise nur regional aktiv. Man orientiere sich im Übrigen grundsätzlich nicht am Wettbewerb, sondern am Kundennutzen.

Eine weitere Wortmeldung kam von Caterina Steeg aus Würzburg, die für eigene und fremde Aktien sprach. Sie zeigte sich ebenfalls sehr angetan von der positiven Geschäftsentwicklung und schloss sich den Glückwünschen ihrer Vorredner an. „Und ich bin nicht bekannt dafür, dass ich zu viel Lob verteile“, fügte sie an. 

Mit den Punkten der Tagesordnung war sie großteils einverstanden. Die Ausweitung des Aufsichtsrats auf sechs Personen ging für sie in Ordnung. Nicht ganz einverstanden war sie indes mit der Anpassung der Aufsichtsratsvergütung. Eine Vergütung von 250 TEUR für den Vorsitzenden und 150 TEUR für das einfache Mitglied sah sie als oberste Grenze. Sie regte an, diesen Beschlussvorschlag zu überdenken.

Sehr unglücklich war Frau Steeg aber vor allem mit TOP 10, in dem nach der Vergrößerung des Aufsichtsrats das Entsenderecht der Großaktionäre neu geregelt werden sollte. Nach dem Beschlussvorschlag sollte Herrn Meister und Herrn Kurtz dieses Recht so lange eingeräumt werden, wie sie Rational-Aktien halten, also auch noch dann, wenn sie ihren Bestand gegebenenfalls auf eine Aktie abbauen.

Frau Steeg stellte klar, dass sie in der Regelung in der momentanen Konstellation kein Problem sieht. Herr Meister hat als Mehrheitsaktionär ohnehin das Sagen. Gerade deshalb ist die Regelung in der derzeitigen Situation aber überflüssig und wenn sich die Mehrheitsverhältnisse ändern, wäre es nicht mehr angemessen, dass Herr Meister und Herr Kurtz über ein Drittel des Aufsichtsrats bestimmen. Sie regte dringend an, diesen Beschluss ersatzlos zu streichen.

In seiner Antwort stellte Dr. Maerz klar, dass es nur um die Fortschreibung der schon bisher gültigen Regelung geht. Grundsätzlich ist diese Beschlussfassung gesetzlich möglich und er kann nicht erkennen, dass die bisherigen Personalentscheidungen der Großaktionäre negativ gewesen wären. Natürlich wurde dieser Punkt im Aufsichtsrat diskutiert. Es gab aber keinen gravierenden Punkt, der gegen diesen Beschlussvorschlag gesprochen hätte.

Der Vorstandsvorsitzende ergänzte, dass mit der neuer Regelung lediglich die Quote der entsandten Mitglieder nach der Erweiterung des Aufsichtsrats konstant gehalten werden soll. Dies sichert im Interesse des Unternehmens die Zukunft von Rational.


Abstimmungen

Der Vorsitzende verkündete die Präsenz mit 10.330.840 Aktien. Bezogen auf das Grundkapital von 11.370.000 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 90,86 Prozent. Dies war nochmals deutlich mehr als im Vorjahr. Alle Beschlüsse wurden mit großer Mehrheit gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Dividende von 6,80 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der PricewaterhouseCoopers AG zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Ausweitung des Aufsichtsrats auf sechs Mitglieder (TOP 6) und die Wahl der Herren Dr. Gerd Lintz, Werner Schwind und Dr. Hermann Garbers in den vergrößerten Aufsichtsrat (TOP 7).

Ferner beschloss die Hauptversammlung die Änderung der Satzung betreffend die Beschlussfähigkeit des Aufsichtsrats (TOP 8), die Leitung der Hauptversammlung (TOP 9), das Entsendungsrecht der derzeitigen Großaktionäre Siegfried Meister und Walter Kurtz (TOP 10) und die Anpassung der Aufsichtsratsvergütung (TOP 11).

Frau Steeg gab zu allen Beschlussfassungen Widerspruch zu Protokoll. Nach knapp vier Stunden schloss Dr. Maerz dann die Versammlung. 


Fazit

Nach dem schwachen Start ins Geschäftsjahr 2014 haben sich einige Anleger zum Verkauf ihrer Aktien verleiten lassen. Das war aus heutiger Sicht ein Fehler. Von Quartal zu Quartal ging es im Anschluss aufwärts und für das Gesamtjahr konnte der Vorstand wieder ein schönes Umsatzwachstum von 8 Prozent auf fast 500 Mio. Euro und eine EBIT-Marge von stolzen 29 Prozent präsentieren.

Das laufende Jahr ist sogar noch besser gestartet. Im ersten Quartal 2015 kletterte der Umsatz um 24 Prozent und das EBIT sprang um 70 Prozent nach oben. Dazu haben allerdings auch positive Währungseffekte und die niedrige Vergleichsbasis aus dem Vorjahr beigetragen. In diesem Tempo wird sich die Entwicklung wohl nicht fortsetzen.

Ein Ende des Wachstums ist indes nicht in Sicht. Rational ist mit einem Weltmarktanteil von 54 Prozent zweifellos der führende Anbieter im Bereich der thermischen Speisenzubereitung. Dennoch ist erst ein kleiner Teil des adressierbaren Marktpotenzials erschlossen. Die Aktie ist für den langfristigen Investor nach wie vor als interessant einzustufen. Insbesondere Schwächephasen erwiesen sich immer als attraktive Kaufgelegenheit.


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