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HV-Bericht MISTRAL Media AG

Geschäfte laufen auf kleiner Basis erfreulich


Am 23. August 2019 fand in Mannheim die ordentliche Hauptversammlung der MISTRAL Media AG statt. Auch das vergangene Geschäftsjahr konnte die Gesellschaft mit einem Überschuss abschließen. Knapp 15 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner für GSC Research, hatten sich in den Räumen der Rheingoldhalle eingefunden, um sich über die weiteren Perspektiven zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Burkhard Schäfer eröffnete pünktlich um 14:00 Uhr die Hauptversammlung und übergab nach dem Verlesen der üblichen Formalien das Wort an den Alleinvorstand Dr. Günter Werkmann.


Bericht des Vorstands


Dr. Werkmann ging zu Beginn seines Vortrags auf die wichtigsten Punkte des vergangenen Jahres ein. Dabei brachte 2018 mehrere positive Punkte, lediglich bei einem Punkt konnte noch kein Vollzug vermeldet werden. Eigentlich wollte man in den Immobilienbereich diversifizieren und man war auch schon weit fortgeschritten in den Verhandlungen mit einem Partner. Allerdings scheiterte es dann an der Struktur der Zusammenarbeit. Jedoch sei es denkbar, mit diesem Partner bei einzelnen Projekten zusammenzuarbeiten.

Die Gesellschaft erzielte bereits im dritten Jahr in Folge ein positives Ergebnis, wenn auch nicht sonderlich hoch, räumte der Vorstand ein. Im vergangenen Jahr wurde eine Kapitalerhöhung erfolgreich umgesetzt. Für die Ausgabe von 452.520 neuen Aktien wurden insgesamt knapp eine Mio. Euro eingezahlt. Die neuen Aktien gingen dabei zu über 98 Prozent an qualifizierte Anleger, insgesamt waren 26 Aktionäre an der Kapitalerhöhung beteiligt. Mit der Kapitalerhöhung konnten die Kapitalstruktur deutlich verbessert und das negative Eigenkapital reduziert werden. Zudem wurden hochverzinsliche Darlehen zurückbezahlt.

Laut Dr. Werkmann entwickelten sich die Fernsehformate sehr positiv. So beliefen sich die Erlöse bei Kalme und MISTRAL zusammen auf 325 TEUR. Dieser Bereich entwickelt sich auch 2019 erfreulich und so erwartete der Vorstand im Gesamtjahr ein Übertreffen des Vorjahresergebnisses. Im Bereich der vermögensverwaltenden Aktivitäten verliefen die Investitionen ebenfalls positiv und so konnte bei den Engagements trotz Fremdkapitalzinsen von 6,25 Prozent jeweils ein Gewinn erwirtschaftet werden.

Auch im Bereich der Rechtsstreitigkeiten erzielte das Unternehmen nach Angabe von Dr. Werkmann Fortschritte. So kam man bei einem Organhaftungsverfahren weiter voran. In einem weiteren Verfahren hatte man vor dem Landgericht verloren, das Oberlandesgericht teilte jetzt aber nicht die Ansicht des Landgerichts. In Folge des Konzernumlagevertrags mit der Deutsche Balaton AG konnten weitere Kosteneinsparungen erzielt werden. Wie der Vorstand weiter ausführte, hält die Deutsche Balaton derzeit 81 Prozent der MISTRAL-Aktien.

Durch den Überschuss des vergangenen Jahres reduzierte sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag, Auch die Verschuldung wurde deutlich reduziert, was zukünftig zu sinkenden Zinsaufwendungen führt. Positiv wertete Dr. Werkmann, dass mit Constantin Entertainment ein neuer Vertrag für „Genial daneben - das Quiz“ geschlossen werden konnte. Immerhin wurden hier bereits 287 Episoden aufgezeichnet. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen des vergangenen Jahres auf 324 TEUR.

Bei den gehaltenen Genussscheinen gab es nach Angabe von Dr. Werkmann eine feste Verzinsung von 6 Prozent sowie eine Gewinnausschüttung von 5 Prozent. Allerdings sind die Genussscheine zum Ende des Jahres 2018 ausgelaufen. Auch die Anleihe wurde im Januar zurückgeführt, teilte der Vorstand mit. In der Clere AG hatte man eine Position von fast 2 Mio. Euro aufgebaut, angesichts der Unklarheit über eine Dividendenausschüttung habe man sich aber wieder zu 12,40 Euro je Aktie von den Papieren getrennt. Trotz der Fremdkapitalzinsen konnte über das gesamte Engagement ein Gewinn von 150 TEUR erwirtschaftet werden. Nach Aussage von Dr. Werkmann ist der Kreditrahmen Ende 2018 erst einmal ausgelaufen, er verfolge seit Herbst 2018 aber eh eine konservative Strategie bei den Anlagen.

Im Hinblick auf die Rechtsstreitigkeiten habe die Gesellschaft eine Zahlung der Allianz erhalten. Gegenüber einem anderen Vorstand seien noch 87 TEUR zzgl. Zinsen offen, es sei jedoch schwierig, diese Forderung einzutreiben. Im zweiten Organhaftungsverfahren hat die Gesellschaft einen positiven Hinweisbeschluss bekommen. In diesem Verfahren geht es um Ausgaben in den Jahren 2006 bis 2010. Der zuständige Senat hat am 20. September 2018 mitgeteilt, dass er nicht der Auffassung des Landgerichts folgt. Des Weiteren schlug der Senat einen Vergleich vor, der die Zahlung von 1,4 Mio. Euro vorsah. Allerdings gestalten sich die Verhandlungen äußerst zäh, am 4. November 2019 ist jedoch ein neuer Gütetermin anberaumt. Die Klage von MISTRAL belief sich auf über 2 Mio. Euro, man sei aber grundsätzlich bereit, diesen Vergleichsvorschlag, ergänzt durch Zinsen, der Hauptversammlung vorzugelegen, so der Vorstand.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Umsatzerlöse von 129 auf 239 TEUR. Daneben verzeichnete MISTRAL noch sonstige betriebliche Erträge von 166 TEUR, die weitgehend aus der Auflösung von Rückstellungen resultierten. Bei den Lizenzeinnahmen der Kalme GmbH ergab sich eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Nach 155 TEUR im Jahrr 2017 beliefen sich diese 2018 auf 324 TEUR. Dr. Werkmann ging davon aus, dass die Lizenzeinnahmen im laufenden Jahr die Grenze von 400 TEUR überschreiten werden.

Den Zinseinnahmen und Dividenden in Höhe von 238 TEUR standen Zinsen (ohne Altdarlehen) in Höhe von 143 TEUR gegenüber. Nach Angabe von Dr. Werkmann hat sich die Vermögenssituation im letzten Jahr weiter verbessert. So verringerte sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf 926 TEUR. In diesem Rahmen hat die Deutsche Balaton einen Rangrücktritt erklärt. Das Umlaufvermögen belief sich zum Jahresende auf 1,2 Mio. Euro. Davon entfielen 346 TEUR auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen und liquide Mittel. Die restlichen 854 TEUR entfielen auf sonstige Vermögensgegenstände. Die Rückstellungen von 373 TEUR resultieren vor allem aus der Pensionsvorsorge. Wie der Vorstand weiter ausführte, reduzierten sich die Verbindlichkeiten deutlich auf 1,75 Mio. Euro an. Davon entfielen 50 TEUR auf Darlehen von Kalme und 1,7 Mio. Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber Balaton.

Wie Dr. Werkmann berichtete, hatten sich die Quoten jüngst bei „Genial daneben - das Quiz“ nicht so gut entwickelt. Es wurde jetzt jedoch entschieden, weitere Folgen zu produzieren. Im laufenden Jahr hat sich die wirtschaftliche Lage von MISTRAL weiter verbessert und auch der Ausblick ist stabil, betonte der Vorstand. Im Rechtsstreit hat die Gesellschaft nun zwar einen Hinweisbeschluss, jedoch sei weiterhin unsicher, ob ein Vergleich zu Stande kommt. Positiv wertete der Vorstand, dass MISTRAL mit Deutsche Balaton über einen stabilen Ankeraktionär verfügt. Derzeit agiert man bei Neuinvestments sehr zurückhaltend, so Dr. Werkmann. Hinsichtlich der Lizenzverträge konnte er von einer positiven Entwicklung berichten. Hierbei arbeite man auch an neuen Formaten. Nach jetzigem Stand dürfte der Zinsaufwand 2019 unter 100 TEUR liegen. Das Ergebnis sah Dr. Werkmann im Bereich von 50 bis 100 TEUR (vor Zuführung zu Pensionsrückstellungen und Effekte der Rechtsstreitigkeiten), wobei er den Überschuss eher in Richtung 100 TEUR erwartete.


Allgemeine Diskussion


Nachdem das Unternehmen vor drei Jahren noch in einem desolaten Zustand war, geht es nun deutlich nach oben, meinte Aktionär Hufnagel. Sollten die 1,4 Mio. Euro aus dem Vergleich kommen, könnte der Bilanzverlust weiter reduziert werden. Nach den Worten von Dr. Werkmann werden beide Parteien beim Vergleich ihre Rechtsanwaltskosten tragen. Diese sind zum Großteil bereits angefallen, so dass hieraus keine größeren Kosten mehr anfallen sollten. Sollte jedoch der Prozess weitergeführt werden, könnten auch noch zusätzliche Kosten hinzukommen.

Nähere Auskünfte erbat der Aktionär zu den Pensionsrückstellungen. Die Ansprüche stammen laut Vorstandsangabe noch aus der Spütz-Zeit. Der Großteil wurde bereits auf einen Pensionsfonds ausgelagert. MISTRAL besitzt hierbei jedoch noch eine Mithaftung. Derzeit fallen daraus jedoch keine Aufwendungen an und auch in den kommenden fünf Jahren dürften noch keine Auszahlungen anfallen. Befragt nach der Entwicklung bei Constantin Medien erklärte der Vorstand, im Rahmen der Zusammenarbeit werden die Formate von Constantin Medien erstellt. Der Auftrag hängt jedoch vom Sender ab, MISTRAL könnte grundsätzlich auch andere Produktionsfirmen wählen, allerdings nicht bei dem Format "Genial daneben".

Weitere Fragen von Herrn Hufnagel drehten sich um die Zahlungen an die Deutsche Balaton AG und die Kosten der Hauptversammlung. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Zahlungen an die Deutsche Balaton AG im Rahmen des Konzernumlagevertrages auf 11.150 Euro. Dies beinhaltete auch die Jahresabschlusserstellung und Rechtsberatung, so Dr. Werkmann. Der tatsächliche Aufwand wird dabei jedes halbe Jahr in Rechnung gestellt. Im laufenden Jahr werden sich die Aufwendungen etwas erhöhen, da auch Leistungen für Steuerberatung und mehr Rechtsberatung in Anspruch genommen wurden. Im Hinblick auf die Kosten für die Hauptversammlung nannte der Vorstand vor allem die Raummiete von 400 Euro. Ansonsten übernimmt die Gesellschaft die meisten Aufgaben in Eigenregie, so dass sich die Gesamtkosten in engen Grenzen halten.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Aussprache konnte Dr. Schäfer zu den Abstimmungen überleiten. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 502.800 Euro waren 409.511 Euro entsprechend 81,45 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle einstimmig im Sinne der Verwaltung gefasst. Dies waren die Entlastung des Vorstands (TOP 2) sowie die Entlastung des Aufsichtsrats (TOP 3). Gegen 15:30 Uhr beendete Dr. Schäfer die Hauptversammlung.


Fazit und eigene Meinung


Auch das vergangene Geschäftsjahr brachte der MISTRAL Media AG weitere Fortschritte bei den Aufräumarbeiten innerhalb der Gesellschaft. Mit 81 Prozent Anteil ist die Deutsche Balaton nun bestimmender Großaktionär und sicherer Hafen. Vor allem der erhaltene Hinweisbeschluss in einem anhängigen Verfahren mit einem Vergleichsvorschlag von 1,4 Mio. Euro könnte dem Unternehmen neue Mittel einbringen. Allerdings ist zu befürchten, dass sich das Verfahren noch in die Länge zieht. Positiv entwickeln sich derzeit die TV-Formate und hier soll auch in diesem Jahr eine weitere Steigerung erfolgen. Ein Engagement im Immobilienbereich gelang bisher noch nicht, steht aber durchaus auf der Agenda. Mit dem erneuten Gewinn gelang eine weitere Reduzierung des bestehenden Bilanzverlusts. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem erneuten Jahresüberschuss in der Größenordnung von 50 bis 100 TEUR vor Zuführunen zu Pensionsrückstellungen und den möglichen Auswirkungen der Rechtsstreitigkeiten.


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