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HV-Bericht STRATEC Biomedical AG (vorm.STRATEC Biomedical Systems AG)

STRATEC Biomedical will 2016 "wieder ordentlich Gas geben"


Am 22. Mai 2015 fand in Pforzheim die ordentliche Hauptversammlung der STRATEC Biomedical AG statt. Das vergangene Geschäftsjahr bescherte der Gesellschaft wieder ein deutliches Wachstum. Rund 250 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner für GSC Research, hatten sich im CongressCentrum eingefunden, um sich über die weiteren Zukunftsperspektiven zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Fred K. Brückner eröffnete die Hauptversammlung und begrüßte Schüler des hiesigen Wirtschaftsgymnasiums. Nach dem Verlesen der sonstigen Formalien übergab Herr Brückner das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Marcus Wolfinger.


Bericht des Vorstands


Nach Aussage von Herrn Wolfinger hat sich STRATEC von einer kleinen Firma mit einem hohen Umsatzanteil in Deutschland zu einem internationalen Unternehmen entwickelt. Neben dem Hauptsitz in Birkenfeld ist die Gesellschaft noch an Standorten in Berlin, der Schweiz, Großbritannien, USA und China präsent. Daneben besteht auch noch ein Entwicklungsstandort in Rumänien. STRATEC entwickelt und produziert vollautomatische Analysesysteme, meist in Zusammenarbeit mit den Kunden. Diese vermarkten dann die Systeme an Labore, die die entsprechenden Tests durchführen.

Als Wachstumstreiber sah Herr Wolfinger drei große Megatrends. Dazu zählte er die alternde Bevölkerung, die zu einem wachsenden Gesundheitsmarkt führt. Darüber hinaus wird in den Entwicklungsländern zunehmend versucht, mehr in die Gesundheitssysteme zu investieren, da sich dies positiv auf die Gesamtwirtschaft auswirkt. Als dritten Faktor nannte Herr Wolfinger neue Tests und Technologien, so dass unverändert neue Anwendungsgebiete und Tests hinzukommen.

Rund 50 Prozent des Wachstums kommen aus diesen Bereichen, meinte Herr Wolfinger. Da viele Kunden die komplexen Systeme nicht mehr selbst entwickeln, besteht ein klarer Trend zu mehr Outsourcing. In diesem Rahmen sah der Vorstandsvorsitzende eine Vergleichbarkeit zur Situation in der Automobilindustrie vor 20 Jahren gegeben. Zahlreiche Unternehmen sind auch nicht in der Lage, solch innovative Projekte zeitnah umzusetzen. Während STRATEC die Systeme innerhalb von drei bis vier Jahren auf den Markt bringt, dauern sonstige Entwicklungen häufig fünf bis 7sieben Jahre. Wie Herr Wolfinger weiter ausführte, erhöht sich der Anteil des OEM-Geschäfts beständig um 1,0 bis 1,5 Prozent und erreichte bereits einen Anteil von 36 Prozent.

Kunden zahlen bei STRATEC eine Art „Eintrittsgeld“ und bekommen dafür günstig Zugriff auf die Technologien, so Herr Wolfinger. Die Systeme werden dabei jeweils gemäß den Spezifikationen angepasst. Für diesen günstigen Zugang müssen die Kunden aber auch Mindestabnahmemengen garantieren. Wie Herr Wolfinger ausdrücklich betonte, bleiben die Rechte an der Technologie bei STRATEC, so dass es auch keine Exklusivität für die Kunden gibt.

Bereits 15 der TOP 20-Kunden der Branche sind Kunde von STRATEC. Dadurch sah der Vorstandsvorsitzende aber noch keineswegs eine Sättigung gegeben. Zwar kann STRATEC nicht mehr so viele Neukunden gewinnen, die jetzigen Kunden haben aber bis zu 20 Produktfamilien im Einsatz und hier möchte die Gesellschaft bei den bestehenden Kunden mehr Systeme verkaufen. Die größten Wettbewerber stellen nach wie vor die inhouse-Entwicklungen dar, denn große Marktteilnehmer entwickeln nach wie vor selbst Systeme. Diese großen Unternehmen bieten für STRATEC höhere Chancen, da sie mehr Systeme verkaufen können, es besteht aber ein latentes Risiko, wenn auch gering, dass sie abspringen, erklärte Herr Wolfinger. Kleinere Kunden weisen hier ein noch deutlich geringeres Risiko auf.

Daneben gibt es noch die Gruppe der sehr kleinen Unternehmen, die auch das Problem haben, dass die Analysesysteme in der Zulassung und auch beim Erhalt der Zulassung teuer sind. Nach Aussage von Herrn Wolfinger kommen innovative Lösungen aber häufig von kleinen Unternehmen. So hat STRATEC ein Modell entwickelt. Für die Zusammenarbeit erhält STRATEC im Gegenzug Geschäftsanteile dieser Unternehmen, was sich als positiv herausgestellt hat. Allerdings weist diese Form der Zusammenarbeit das höchste Risiko auf, stellte der Vorstandsvorsitzende klar.

Den ersten leichten Personalrückgang seit langer Zeit begründete Herr Wolfinger mit einer deutlichen Umschichtung. Während im Bereich der Fertigung eine Optimierung vorgenommen wurde, kam es auf der anderen Seite zur Einstellung weiterer Entwickler. In diesem Zusammenhang bedankte sich Herr Wolfinger bei allen Mitarbeitern für die erneut hervorragende Leistung im vergangenen Geschäftsjahr.

Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz um 14 Prozent auf knapp 145 Mio. Euro. Das EBIT verbesserte sich sogar um 26 Prozent auf 24,6 Mio. Euro. Sehr zufrieden zeigte sich Herr Wolfinger mit dem Anstieg beim Free Cashflow um 144 Prozent. Auch wenn die Zahlen gut aussehen, gab es durchaus Reibungsverluste, räumte der Vorstandsvorsitzende ein. So möchte STRATEC in Zukunft noch effizienter werden. Positiv wertete er auch, dass zwei Plattformprojekte deutlich vorangetrieben werden konnten.

Weitere Highlights waren ein großes Neuprojekt mit einem Bestandskunden und das Erreichen wichtiger Meilensteine. Insgesamt ist die derzeitige Entwicklungspipeline von STRATEC sehr gut gefüllt, betonte Herr Wolfinger. Eine sehr gute Entwicklung zeigte sich vor allem bei den Serviceteilen, womit STRATEC auch bei der Marge gut unterwegs ist. Sobald die Geräte gut ausgelastet sind, steigt auch die Nachfrage nach Serviceteilen mit guter Marge, war der Vorstandsvorsitzende zufrieden.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz kaum gewachsen und Herr Wolfinger ging auch noch zum Halbjahr von einem kaum vorhandenen Wachstum aus. Im kommenden Jahr sei dann aber wieder ein ordentliches Wachstum zu erwarten. Allerdings legte die EBIT-Marge im ersten Quartal um immerhin 140 Basispunkte auf 16,9 Prozent zu. Die Installationsbasis legt auch kontinuierlich zu, wodurch sich laut Herrn Wolfinger auch der Service erhöht. Mit 46,6 Mio. Euro stellt sich der Zahlungsmittelbestand ebenfalls sehr erfreulich dar. Wie der Vorstandsvorsitzende weiter berichtete, sollen jährlich 40 bis 60 Prozent des Überschusses als Dividende ausgeschüttet werden. Der restliche Betrag soll im Unternehmen verbleiben, da STRATEC weiterhin ein Wachstumsunternehmen darstelle.

Im Hinblick auf Akquisitionen halte man auch „die Augen offen“, allerdings möchte man auch nicht zu viel bezahlen. So befindet sich denn auch aktuell nichts in der Übernahmepipeline, teilte Herr Wolfinger mit. Die Dividende für das vergangene Jahr soll einmal mehr von 0,60 auf 0,70 Euro steigen. Mit der Aktienkursentwicklung im letzten Jahr war Herr Wolfinger recht zufrieden, speziell in der zweiten Jahreshälfte legte der Kurs kräftig zu und erreichte im Dezember den Höchstwert von 53,10 Euro.

Der Aktienrückkauf bietet nach Meinung des Vorstandsvorsitzenden klare Vorteile, weshalb er um Zustimmung zum Beschlussvorschlag bat. Auf Basis der Zahlen von 2013 will STRATEC in den Jahren 2014 bis 2017 durchschnittlich um 8 bis 12 Prozent wachsen, teilte Herr Wolfinger als Prognose mit. In 2014 erfolgte ein höheres Wachstum, dafür wird das Wachstum in 2015 und hier speziell in der ersten Jahreshälfte geringer ausfallen.

Für wichtig hielt Herr Wolfinger auch das Thema Sensitivität, da eine hohe Sensitivität hilft, Erkrankungen wie HIV schneller nachzuweisen. In diesem Rahmen gab der Vorstandsvorsitzende einen kleinen Ausblick auf das Thema Flüssigbiopsie. Abschließend erklärte Herr Wolfinger, er gehe in 2015 von einem leichten Umsatz- und Ertragswachstum aus, bevor die Gesellschaft 2016 dann „wieder ordentlich Gas geben“ könne.


Allgemeine Diskussion


Dieter Tassler als Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sprach zunächst allen Beteiligten seinen Dank für das sehr erfolgreiche Jahr 2014 aus. Sehr zufrieden zeigte er sich auch mit der erneuten Dividendenanhebung auf 0,70 Euro. Im Hinblick auf die vom SdK-Sprecher erfragten Neuentwicklungen sah Herr Wolfinger bei kleinen Unternehmen gute Chancen, die Produkte aus der Forschung in die Entwicklung zu begleiten. Daneben ist STRATEC auf zahlreichen Kongressen vertreten und verfügt über ein gutes Netzwerk. Außerdem ist die Gesellschaft in diesem Punkt absolut applikationsgetrieben, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Weiteren Informationsbedarf meldete Herr Tassler zu den Themen Krebs und Flüssigbiopsie an. Onkologie ist derzeit ein sehr gefragtes Thema und die Kunden entwickeln zahlreiche Tests. Nach Angaben von Herrn Wolfinger können die Geräte zahlreiche Tests parallel durchführen, so dass es für STRATEC kein besonderes Thema darstellt, durch weitere Tests entsteht aber zusätzliches Potenzial. Kommerziell hat die Flüssigbiopsie bis jetzt fast keine Bedeutung. Allerdings stellt sie ein interessantes Feld dar, so dass sich auch STRATEC im Hinblick auf die Chancen frühzeitig damit beschäftigt.

Auf der Agenda hatte Herr Tassler dann noch das Next Generation Sequencing. Dabei handelt es sich momentan um ein Modethema, nach Ansicht von Herrn Wolfinger könnte es bei der Probevorbereitung aber schnell bedeutsam werden. Je nach Verfahren fallen jedoch enorme Daten zwischen 20 GB und 1 TB an. Des Weiteren interessierte sich Herr Tassler für das Neukundengeschäft. Da schon 15 der TOP 20 Unternehmen der Branche mit STRATEC zusammenarbeiten, gibt es nicht mehr so viele potenzielle Neukunden. Laut Herrn Wolfinger steht vielmehr die Ausweitung von Projekten mit Bestandskunden im Vordergrund. STRATEC hat aber noch zwei mögliche Kunden in der Pipeline und der Vorstandsvorsitzende zeigte sich hoffnungsvoll, innerhalb der kommenden zwei Jahre einen Abschluss zustande zu bringen.

Hinterfragt wurde von Herrn Tassler die starke Kursentwicklung der Aktie im vergangenen Jahr. Der Anstieg über 50 Euro kam in der kurzen Zeit durchaus überraschend, erklärte Herr Wolfinger. Allerdings liegt die Aktie damit noch unterhalb historischer Bewertungen, zumal die Aktie auch einen gewissen Nachholbedarf aufwies. Da die Gesellschaft noch nicht über Namensaktien verfügt, konnte Herr Wolfinger auch nichts zu den damaligen Käufern sagen.

Weitere Fragen von Herrn Tassler beschäftigten sich mit der Aufteilung zwischen Alt- und Neusystemen, der Situation in den USA und dem etwas verwirrenden Ausweis der Vorstandsvergütung. STRATEC weist derzeit 14 Systemfamilien inklusive drei Plattformen aus, woraus sich 28 Derivate ergeben, informierte das Vorstandsmitglied Dr. Robert Siegle. In den letzten drei Jahren kamen sechs neue Geräte hinzu und zwei haben den Markt verlassen. USA stellte ein Sorgenkind dar. Nach der Restrukturierung konzentriert man sich aber auf die Kernkompetenzen. Es werden nun nur noch Entwicklungsleistungen angeboten und so rechnete der Vorstand in 2015 mit einem leicht positiven Ergebnisbeitrag. Laut Herrn Wolfinger handelt es sich nur um die Minimalangaben zur Vorstandsvergütung. Aufgrund der Fülle könne man dies tatsächlich nicht verstehen, räumte er ein.

Herr Tassler kündigte schließlich noch an, den Tagesordnungspunkten 7 und 9 nicht zuzustimmen, vor allem sah er keinen Bedarf für den Erwerb eigener Aktien. Bei beiden Punkten handelt es sich um Vorratsbeschlüsse, um unabhängig voneinander bei Bedarf Maßnahmen einleiten zu können. Bisher hat die Gesellschaft diese Punkte immer sehr maßvoll eingesetzt, weshalb Dr. Siegle um Vertrauen warb. Zum Schluss dankte der SdK-Sprecher noch dem Management und allen Mitarbeitern für die hervorragende Arbeit.

Herr Friedmann vertrat die Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV und gratulierte zu den sehr guten Zahlen. Zunächst regte er an, vorhandenes Research zur Aktie auch interessierten Anlegern auf der Homepage zugänglich zu machen. Des Weiteren interessierte den Aktionär das mittelfristige Ziel beim Working Capital. Vor Jahren ist das Working Capital deutlich schneller gewachsen als der Umsatz, informierte Herr Wolfinger. Seit fünf Jahren versucht die Gesellschaft jedoch recht erfolgreich, das Wachstum bei Umsatz und Working Capital in Einklang zu bringen.

Überrascht zeigte sich Herr Friedmann, dass die Steuerquote beständig unter 30 Prozent gehalten werden kann und bat deshalb um Erläuterung. In Birkenfeld fällt der Gewerbesteuerhebesatz geringer aus, erklärte Dr. Siegle. Zudem verfügt STRATEC auch über Erträge im Ausland mit anderen Steuertarifen, so dass die Quote jeweils unter 30 Prozent liegt. Befragt nach dem Einfluss des schwachen Euro gegenüber dem USD berichtete Dr. Siegle auch im Zusammenspiel mit dem starken CHF von Belastungen für die Gesellschaft.

Angesichts der Ausgaben für Forschung und Entwicklung bat Herr Tassler um Angabe, wie diese Ausgaben verteilt sind. Wie das Vorstandsmitglied Dr. Claus Vielsack berichtete, liegen die Investitionen zur Aufrechterhaltung des bestehenden Geschäfts auf jeden Fall unter 50 Prozent. Wichtige Themen waren für Herrn Friedmann auch Mitarbeiterzufriedenheit, Fluktuation und die durchschnittliche Beschäftigungsdauer. Nach Ansicht von Dr. Siegle lässt sich die Mitarbeiterzufriedenheit gut an der Fluktuation ablesen. Während die Fluktuationsrate in Europa bei rund 18 Prozent und in Deutschland bei etwa 14 Prozent liegt, belief sie sich bei STRATEC in 2011 auf etwas über 9 Prozent. Dieser Wert konnte in den vergangenen Jahren noch auf knapp 6 Prozent reduziert werden. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bezifferte der Vorstand auf 7,9 Jahre.

Herr Friedmann brachte dann seine Unterstützung für die vorgeschlagene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien zum Ausdruck. Eine Aussage verlangte Herr Friedmann auch zum Punkt Delisting und ob ein Verzicht darauf auch in die Satzung aufgenommen werden könnte. Die Gesellschaft hat keinerlei Pläne für ein Delisting, stellte Dr. Siegle klar. Allerdings sah er keine Notwendigkeit, dies in die Satzung aufzunehmen. Es könnte aber eine Änderung der Geschäftsordnung des Vorstands geben, dass der Aufsichtsrat bei diesem Thema einen Zustimmungsvorbehalt besitzt.

Filippo Siciliano von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) äußerte sich besorgt über die Lage in Rumänien vor dem Hintergrund der dortigen Tochtergesellschaft. Die Sorge konnte der Vorstand jedoch nicht nachvollziehen, da in Rumänien stabile Verhältnisse, auch in rechtlicher Hinsicht, herrschen. Zudem ist die Gegend derzeit von einer regen Investitionstätigkeit aus dem Ausland geprägt.

Der DSW-Sprecher hielt auch die jetzige Ausschüttungsquote für zu gering und forderte eine Quote von 50 Prozent. Mit einer fixen Ausschüttungsquote konnte sich Herr Wolfinger jedoch nicht anfreunden. Angesprochen auf die Kosten im Zuge der Umstellung auf Namensaktien nannte Herr Wolfinger einmalig 20.000 Euro und dann jährlich 10.000 Euro. Nähere Auskünfte erbat Herr Siciliano, wie der Aufsichtsrat die Vergleichbarkeit der Vorstandsbezüge überprüft hat. Laut Herrn Brückner wurden dafür vergleichbare Unternehmen gesucht und dabei lag die Vergütung eher noch im unteren Bereich.

Informationsbedarf meldete der Aktionärssprecher auch noch einmal hinsichtlich des Ausscheidens von Herrn Steidle aus dem Vorstand an. Im Laufe des Jahres 2014 erfolgte die Abberufung von Herrn Steidle. Sein gültiger Vorstandsvertrag wird erfüllt und dafür waren bereits im vergangenen Jahr Rückstellungen gebildet worden. Nach Aussage von Herrn Wolfinger läuft der Vertrag dann Mitte 2016 planmäßig aus.

In weiteren Fragen beschäftigte sich Herr Siciliano mit der Laufzeit der Vorstandsverträge und der etwaigen Gründung eines Betriebsrats. Wie Dr. Siegle entgegnete, verfügt STRATEC bereits über einen Betriebsrat und somit ist die Mitbestimmung der Mitarbeiter gegeben. Aber auch unabhängig davon bemüht sich die Leitung um die Mitarbeiter, beispielsweise soll dieses Jahr auch ein Sommerfest für die Mitarbeiter abgehalten werden. Laut Herrn Brückner wurde der Vertrag von Dr. Siegle gerade verlängert, der Vertrag von Dr. Vielsack läuft bis 31. Dezember 2018 und von Herrn Wolfinger bis Mitte 2016.

Ins Blickfeld hatte Dr. Wolfertz die Patente genommen. Die vorherigen Rechte oder auch die selbst entwickelten Patente verbleiben alle bei STRATEC, betonte Dr. Vielsack. Deshalb müsse die Gesellschaft auch keine Exklusivitäten eingehen. Da die Satzung hinsichtlich des Orts der Hauptversammlung angepasst werden soll, befürchtete Dr. Wolfertz eine Verlegung der Hauptversammlung weg von Pforzheim. Wie Herr Wolfinger jedoch mitteilte, bestehen keinerlei Pläne Pforzheim zu verlassen.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Aussprache leitete Herr Brückner zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 11.795.445 Euro waren 8.593.522 Euro entsprechend 72,86 Prozent vertreten.

Vor allem bei TOP 6 (32,7 Prozent) und TOP 11 (27,5 Prozent) gab es zahlreiche Gegenstimmen. Allerdings wurden sämtliche Beschlüsse im Sinne der Verwaltung gefasst. Dies waren die Ausschüttung einer Dividende von 0,70 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl von Ebner Stolz zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Umstellung auf Namensaktien (TOP 6), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 7), die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals (TOP 8), die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (TOP 9), die Änderung der Satzung in §3 (TOP 10), die Änderung von §8 und in Folge §15 der Satzung (TOP 11) sowie die Änderung von §14 der Satzung (TOP 12).

Kurz nach 17 Uhr konnte Herr Brückner dann die Hauptversammlung beenden.


Fazit und eigene Meinung

Nachdem STRATEC Biomedical im Vorjahr die Erwartungen nicht ganz erfüllt hatte, verzeichnete die Gesellschaft in 2014 sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Ergebnisseite ein starkes Wachstum. Davon profitierten die Aktionäre in Form einer erneut auf nun 0,70 Euro angehobenen Dividende. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand speziell in der ersten Jahreshälfte mit einem nur geringen Umsatzwachstum. Immerhin gelang es dem Unternehmen im ersten Quartal, die EBIT-Marge um 140 Basispunkte auf annähernd 17 Prozent zu verbessern.

Interessant ist hierbei vor allem das Geschäft mit Serviceteilen. Eine steigende Installationsbasis und eine gute Auslastung der Labors sorgen für eine hohe Nachfrage und damit steigende Margen. Auch sonst profitiert STRATEC von einigen großen Trends wie der alternden Bevölkerung, einer weltweit verbesserten Erreichbarkeit medizinischer Versorgung, dem Ausbau der Gesundheitssysteme speziell in Schwellenländern und neu entwickelten Tests. Zudem hält der Trend in der Branche zu mehr Outsourcing an, von dem STRATEC in den kommenden Jahren ebenfalls überdurchschnittlich profitieren sollte.

Auch wenn das Wachstum in 2015 etwas geringer ausfällt, bleibt der Wachstumstrend bei STRATEC absolut intakt. Die oben genannten Faktoren ermöglichen der Gesellschaft zumindest das prognostizierte Wachstum von jährlich 8 bis 12 Prozent für die Jahre 2014 bis 2017 zu erreichen. Auf dem aktuellen Kursniveau stellt die STRATEC-Aktie kein Schnäppchen dar, der Anleger beteiligt sich aber an einem interessanten Wachstumsunternehmen, das seine Anteilseigner darüber hinaus seit Jahren mit steigenden Dividenden beglückt.


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Hinweis: Der Autor hält Aktien der Gesellschaft



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