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Effecten-Spiegel AG (ISIN DE0005647606)

Tiergartenstraße 17
D-40237 Düsseldorf
Deutschland
Tel.:
+49 (0) 211 / 683022
Fax:
+49 (0) 211 / 6912998
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Kontakt Investor Relations:
Marlis Weidtmann
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Die Hauptversammlung der Effecten-Spiegel AG fand am 23. Mai 2018 wie gewohnt in der Düsseldorfer Stadthalle statt. Mit etwa 200 Aktionären und Gästen hatten sich dort ähnlich viele Teilnehmer wie in den Vorjahren eingefunden, um sich über die Entwicklung der Beteiligungsgesellschaft zu informieren. Für GSC Research war Matthias Wahler vor Ort. Das Protokoll führte Notar Prof. Dr. Norbert Zimmermann.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Aleff eröffnete die Versammlung um 10:30 Uhr und teilte mit, dass die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat vollzählig erschienen sind. Im Aufsichtsrat hat es bedingt durch den überraschenden Tod von Joachim Meinke, der dem Gremium viele Jahre angehört hatte, eine Veränderung gegeben. An seiner Stelle übernahm Dr. Klaus Hahn ein Mandat im Aufsichtsrat, der dem Gremium schon einmal angehört hatte.

Weiter informierte Herr Aleff, dass die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder mit Ablauf der Hauptversammlung endet. Unter TOP 6 waren deshalb Neuwahlen vorgesehen. Herr Böckhoff stand für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung. An seiner Stelle soll Stefan Füger in das Gremium gewählt werden, der sich der Hauptversammlung im Folgenden kurz vorstellte. Er ist Direktor bei der Elinvar GmbH, die sich mit der digitalen Ansprache von Kunden im Bereich der Vermögensverwaltung beschäftigt. Außerdem war die Wahl von Andreas Wahlen als Ersatzmitglied vorgesehen.

Im Anschluss erläuterte Herr Aleff die Formalien und sprach einige ergänzende Worte zum Aufsichtsratsbericht. Sodann übergab er an Marlis Weidtmann, die nun schon seit zehn Jahren als Alleinvorstand der Gesellschaft fungiert.


Bericht des Vorstands


Frau Weidtmann begann ihren Bericht mit einigen Ausführungen zum Marktumfeld. Die Story des Jahres 2017 war nach ihrer Auffassung die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Alle hatten Angst vor dem „bösen alten Mann, der nicht liest, nicht zuhört, sondern nur twittert“. Entsprechend fühlte sich sein Wahlerfolg wie ein Albtraum an. Letztlich war er mit seinem eigenwilligen Politikstil aber bislang relativ erfolgreich.

Die Prognosen für den Aktienmarkt waren Anfang 2017 verhalten. Die Effecten-Spiegel AG war indes durchaus optimistisch gestimmt, dass Aktien als Sachwerte gefragt bleiben und lag mit dieser Einschätzung richtig. Der DAX beendete das Jahr mit einem Plus von 12,5 Prozent und der Dow Jones sogar mit einem Zuwachs von 25,2 Prozent, wovon für Anleger in Europa aufgrund der Aufwertung des Euro um 14 Prozent allerdings nur die Hälfte übrigblieb. Auch gegenüber vielen anderen Währungen wertete der Euro deutlich auf.

Auffällig war die nach ihrer Angabe geringe Schwankungsbreite an fast allen Märkten, obwohl sich die politische Situation weltweit fragil gestaltete. Risiken wurden konsequent ausgeblendet. Marktbestimmend war vielmehr die Ankündigung der EZB, weiterhin Geld in die Märkte pumpen zu wollen, während die FED mit der Normalisierung der Geldpolitik begann. Bei den Rohstoffen ergab sich insgesamt ein leichter Anstieg, Gold und Silber waren hingegen wenig gefragt. Ein großes Thema waren Kryptowährungen.

Die strategischen Ziele der Effecten-Spiegel AG sind, wie Frau Weidtmann noch einmal rekapitulierte, Stabilität, Kapitalsicherheit und regelmäßige Dividendenzahlungen an die Aktionäre. Entsprechend wurde der Fokus bei der Geldanlage weiterhin auf Aktien gelegt. 94 Prozent der Wertpapiere im Depot waren Aktien, davon 30 Prozent in Fremdwährungen. So konnte die Effecten-Spiegel AG mit dem Portfolio vom Anstieg der Aktien profitieren und zugleich die Wechselkursrisiken minimieren.

Ein Betrag von 11,3 (Vorjahr: 18,3) Mio. Euro wurde zum Jahresende als Liquidität geparkt. Dies waren etwa 15 Prozent der Bilanzsumme von 75,8 (75,0) Mio. Euro, die zur Stabilisierung des Depots und als trockenes Pulver für unvorhergesehene Möglichkeiten vorgehalten werden. Um die strategischen Ziele zu erreichen, werden im Depot permanent Anpassungen, Umschichtungen und Neuinvestments vorgenommen; nach welchen Kriterien dies geschieht, hatte Frau Weidtmann im Vorjahr ausführlich erläutert.

Im vergangenen Jahr wurden die Auslandspositionen in Apple, Dexcom und PayPal nach starken Kursanstiegen vollständig veräußert und Gewinne mitgenommen. In Deutschland wurden Leoni, Morphosys, Merck, Stada, SAP, Pfeiffer Vacuum und Fielmann verkauft. Insgesamt wurden Erträge von 4,8 Mio. Euro realisiert. Am meisten steuerten Stada mit 561 TEUR, Apple mit 461 TEUR und Pfeiffer Vacuum mit 413 TEUR bei. Die meisten Verkäufe erfolgten nahe dem Höchstkurs, nur bei Wirecard war der Zeitpunkt zu früh.

Zuschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens konnten in Höhe von 567 TEUR realisiert werden. Davon entfielen 444 TEUR allein auf den Altbestand an Porsche-Aktien, die damit einem Großteil des Verlustes der Vorjahre wieder aufgeholt haben. Frau Weidtmann sieht dieses Engagement weiter positiv. Porsche verfügt über genügend Finanzmittel, um in die Firmen zu investieren, die am meisten von den Zukunftstrends der Automobilbranche profitieren werden. Profitieren werden auch Zulieferer wie ElringKlinger und Hella, bei denen die Effecten-Spiegel AG ebenfalls investiert ist.

Die Erträge aus Zinsen und Dividenden summierten sich im Berichtszeitraum auf 1,1 Mio. Euro, wobei Zinsen davon nur 17 TEUR ausmachten. Immerhin mussten keine Negativzinsen gezahlt werden. Stichtagsbedingt wurden Frau Weidtmann zufolge auf Wertpapiere des Anlagevermögens Abschreibungen von 1,5 Mio. Euro sowie auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von 191 TEUR vorgenommen.

Die größte Abschreibung war mit 404 TEUR bei Vossloh erforderlich. Nach Einschätzung von Frau Weidtmann lastet auf dieser Aktie nach wie vor der geplante Verkauf der Lokomotivsparte. Die erfolgreiche Restrukturierung ist im Kurs hingegen noch nicht eingepreist. Dabei ist das Stammgeschäft profitabel. Zudem wird Vossloh weiterhin als Übernahmekandidat gehandelt. 2018 könnte es bei Vossloh nach Einschätzung von Frau Weidtmann spannend werden.

Eine Abschreibung von 241 TEUR wurde bei Sanofi vorgenommen. Insgesamt belastete die starke Ausrichtung des Effecten-Spiegel-Depots auf Pharma- und Gesundheitsaktien, die rund 20 Prozent des Depots ausmachen. Insbesondere in den USA kam die Branche mit der Diskussion um die Zukunft von Obamacare unter Druck. Selbst Schwergewichte wie Novartis und Novo Nordisk verloren an Wert. Immerhin sind diese Unternehmen verlässliche Dividendenzahler und die Perspektiven sind nach wie vor positiv. Das Engagement in BB Biotech wurde noch aufgestockt.

Neu investiert hat der Vorstand in 1&1 Drillisch. Aus der Verbindung mit United Internet und 1&1 ergibt sich hier eine interessante Konstellation. In Freenet ist die Effecten-Spiegel AG ebenfalls weiterhin engagiert. Neu ins Depot aufgenommen wurde Lanxess. Nach dem personellen Wechsel im Vorstand läuft hier der Turnaround. Auch Warren Buffet und der Staatsfonds aus Singapur haben größere Beteiligungen an Lanxess erworben. Ferner benannte Frau Weidtmann das US-Eisenbahnunternehmen Union Pacific und den weltweit operierenden irischen Baustoffhersteller CRH als neue Investments.

Mit der Entwicklung im zweiten Geschäftsbereich, dem Verlag, zeigte sich Frau Weidtmann ebenfalls zufrieden. Auch im 46. Erscheinungsjahr hat sich der Effecten-Spiegel in dem schwierigen Umfeld souverän behauptet und das Jahr 2017 profitabel abgeschlossen, obwohl nach wie vor komplett auf Werbung verzichtet wird. Andere Verlage, auch große wie die Handelsblatt-Gruppe und der Finanzen-Verlag, schreiben teils hohe Verluste. Daran zeigte sich, wie schwierig es ist, einen Verlag kaufmännisch profitabel zu führen, vor allem ohne Werbeeinnahmen.

Der Umsatz erhöhte sich im Verlag um 5,2 Prozent auf 3,03 (2,88) Mio. Euro. Als Gewinn blieben beim Verlag allerdings nur 42 (369) TEUR, da deutlich höhere Kosten für die Eigenwerbung anfielen. Das Jahr 2017 wurde genutzt, um die Internetpräsenz auszubauen. Unter anderem setzte der Effecten-Spiegel dabei auf digitale Stelen auf den Bahnhöfen. Das Leseverhalten ändert sich heute ständig, die Verlagsbranche wird von dieser Entwicklung überrannt. Insofern hat es höchste Priorität, den Effecten-Spiegel ebenfalls kontinuierlich anzupassen.

Noch schwerer zu schaffen als das veränderte Leseverhalten machen allerdings die politischen Rahmenbedingungen, wie etwa MIFID II. Die neuen Regelungen drängen immer mehr Privatanleger aus dem Markt und zerstören die Aktienkultur in Deutschland. Die Zahl der Aktionäre sinkt und damit wird auch der potenzielle Leserkreis für den Effecten-Spiegel kleiner. Umso mehr sieht es Frau Weidtmann als Aufgabe der Publikation, als Sprachrohr der Kleinaktionäre diese Missstände anzuprangern. Dies wird von den Lesern, wie sie anhand einiger Zuschriften aufzeigte, durchaus gewürdigt.

Frau Weidtmann leitete dann über zu den verschieden Verfahren, in die die Effecten-Spiegel AG involviert ist. Das spektakulärste ist wohl das Verfahren die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank betreffend, bei der die Effecten-Spiegel AG zunächst als einzige Aktionärin überhaupt gegen die Höhe des freiwilligen Übernahmeangebots von nur 25 Euro geklagt hatte. Nach vier Jahren und Anrufung aller Instanzen hat der BGH dann endlich festgestellt, dass die Aktionäre auch bei einem freiwilligen Übernahmeangebot nicht rechtlos sind.

Im Nachgang zu diesem Urteil haben auch viele andere Aktionäre Klage eingereicht, die nun vor dem LG Köln anhängig sind. Das Verfahren der Effecten-Spiegel AG wiederum verwies der BGH an das OLG Köln zurück, das die Postbank zur Beweisaufnahmen verurteilte. Das Protokoll der Zeugenvernehmung von Dr. Appell sowie die vorgelegten "technischen Klauseln" wurden auch in das neue Verfahren vor dem LG Köln eingeführt. Richter Lauber, der die Klage der Effecten-Spiegel AG in 2011 abgewiesen hatte, musste sich nun ein zweites Mal damit befassen.

Nach eingehender Prüfung kam Richter Lauber in seinem aktuellen Urteil vom 20.10.2017 zu einer gänzlich anderen Einschätzung als noch 2011: Nach seiner jetzigen Auffassung hatte die Bank aufgrund der "technischen Klauseln" bereits im September 2008 die Kontrollle über die Postbank erlangt und hätte den übrigen Postbank-Aktionären ein Pflichtangebot zu dem Preis unterbreiten müssen, den sie der Deutschen Post AG gezahlt hatte. Und das waren 57,25 Euro. Abzüglich der 25 Euro ergibt sich also eine Nachbesserung von 32,25 Euro.

Nach dieser Feststellung der I. Instanz stellte sich nun die Frage, wie das OLG diesen neuen Sachverhalt beurteilen würde – leider habe man dies aber nicht erfahren. Wie Frau Weidtmann mitteilte, präsentierte sich der Senat zum mündlichen Verhandlungstermin in einer völlig neuen Zusammensetzung. Der Vorsitzende Richter war abkommandiert worden, und es wurde eine neue Berichterstatterin eingesetzt, die zuvor noch nie mit dem sehr komplexen Sachverhalt befasst war – ein Unding. Die Effecten-Spiegel AG stellte daraufhin einen Antrag wegen Befangenheit. Ein neuer Termin zur Fortsetzung der mündlichen Verhandlung ist für den 29. Juni 2018 angesetzt.


In das Spruchverfahren zum Squeeze-out bei der HVB ist nach langer Zeit auch wieder Bewegung gekommen. Zwei Sachverständige haben endlich eine gutachterliche Stellungnahme vorgelegt, insgesamt 1.228 Seiten in drei Büchern. In der kumulierten Betrachtung aller Werteffekte kommen sie für die HVB-Aktie auf einen Wert von 41,55 Euro, was immerhin 8,6 Prozent mehr sind als die 38,26 Euro, die 2008 gezahlt worden waren. Die Effecten-Spiegel AG hat noch einmal auf den Ansatz einer niedrigeren Marktrisikoprämie gedrängt. Schon die 3,29 Euro würden hochgerechnet mit Zinsen bis zum 31.12.2017 eine Nachzahlung von 4,76 Euro je HVB-Aktie bedeuten.

Keine Neuigkeiten gibt es beim MAN-Verfahren. "Die Aktien sind wie eine Festgeldanlage", konstatierte Frau Weidtmann. Der Kurs ist stabil und es gibt jedes Jahr eine Dividende von 3,07 Euro. Es ist unklar, wann dieses Verfahren abgeschlossen werden kann.

Für alle Gerichtsverfahren zusammen hat der Effecten-Spiegel laut Frau Weidtmann Rückstellungen von 65 TEUR gebildet. Für zwei weitere Verfahren, die Klage wegen der gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche und „Dieselgate“, wurden keine Rückstellungen gebildet, da das wirtschaftliche Risiko nicht bei der Gesellschaft liege. Die Effecten-Spiegel AG sei hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt werden.

In der Rückschau auf 10 Jahre Vorstandstätigkeit zieht Frau Weidtmann das Fazit, dass sie sich im Moment eine spannendere Tätigkeit als beim Effecten-Spiegel nicht vorstellen kann. Nach ihrer Ansicht bietet keine andere Tätigkeit so viele Facetten und ist gleichzeitig so anspruchsvoll. Es kommt dabei auf jeden einzelnen Mitarbeiter an. Die Redakteure schreiben für Print und Digital und sind zugleich Journalisten, Analysten und Layouter. Die Firmenchefin ist stolz, dieses Unternehmen führen zu dürfen und dankte dem Team für die geleistete Arbeit.

Zufrieden ist Frau Weidtmann auch mit der wirtschaftlichen Performance. Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2008 hat die Effecten-Spiegel AG durchschnittlich jedes Jahr 0,69 Euro Dividende gezahlt. Rechnet man dem NAV kumuliert die jährlichen Dividendenabflüsse hinzu, ergibt sich für diese 10 Jahre eine Performance von 36,12 Prozent. Der EuroStoxx50 kommt im selben Zeitraum auf eine Rendite von 8,6 Prozent und zwar ohne Gebühren und Kosten, während bei der Effecten-Spiegel AG natürlich Kosten anfallen.

Im Geschäftsjahr 2017 konnten die schon guten Zahlen des Vorjahres noch übertroffen werden. Der Jahresüberschuss verbesserte sich weiter auf 3,8 (3,2) Mio. Euro und der Gewinn je Aktie errechnet sich mit 1,09 (0,93) Euro. Davon sollen die Aktionäre eine Dividende von 0,90 (0,80) Euro erhalten.

Bereits die ersten Monate 2018 hätten den Anlegern schon weit mehr abverlangt als das gesamte Vorjahr. In den ersten Monaten war die Volatilität an den Märkten deutlich höher, und es gibt aktuell Unsicherheit aus vielen Richtungen. Immerhin gelang es in den letzten Monaten, die Übertreibungen beispielsweise im Technologiebereich zu verringern, ohne dass die Blase geplatzt wäre. Insgesamt sind die Rahmenbedingen nach Meinung von Frau Weidtmann weiterhin besser, als sie sich momentan anfühlen.


Allgemeine Aussprache


Als erster trat Aktionär Bernd Günther ans Rednerpult, der eigens aus Hamburg angereist war. Nach eigener Angabe war er früher oft zu Hauptversammlung der Effecten-Spiegel AG gekommen. Nach dem Tod von Bolko Hoffmann, mit dem er befreundet gewesen war, habe er das Unternehmen aber zunächst etwas aus den Augen verloren. Er habe es nicht für möglich gehalten, dass Frau Weidtmann das Unternehmen genauso gut weiterführt wie der Firmengründer.

Rückblickend war dies eine Fehleinschätzung. Tatsächlich ist ihr das gelungen, und das trotz weltweiter Finanzkrise und Staatsverschuldungen. Die Aktie hat in den letzten sechs Jahren 80 Prozent an Wert gewonnen, zudem hat es regelmäßig Dividenden gegeben, die im Laufe der Jahre ebenfalls gestiegen sind. Herr Günther bezeichnete Frau Weidtmann als „Kämpferin für die Aktienkultur“. Ebenso fand er beachtlich, dass der Verlagsumsatz 2017 um 5 Prozent gesteigert und trotz des kompletten Verzichts auf Werbung ein positives Ergebnis erwirtschaftet worden ist.

Auch Jella Benner-Heinacher als Vertreterin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fand für die Geschäftsentwicklung der letzten Jahre lobende Worte. Positiv hob sie insbesondere die erneute Dividendenerhöhung auf 0,90 (0,80) Euro hervor. Herr Günther hatte zuvor schon angemerkt, dass wohl bald die Marke von 1 Euro erreicht werden dürfte. Zur Höhe künftiger Dividendenzahlungen wollte sich Frau Weidtmann indes noch nicht äußern. Weiterhin ist nach ihrer Aussage eine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik geplant.

Auffällig fand Frau Benner-Heinacher, dass die Aktie durchgängig deutlich unterhalb des Net Asset Value (NAV) notiert. Zum 30. April 2018 errechnete sich dieser Wert mit 22,95 Euro, die Aktie notierte hingegen am Tag der Hauptversammlung bei 20 Euro. Insofern konnte sie nachvollziehen, dass die Aktienrückkäufe im vergangenen Jahr fortgesetzt worden sind. Insgesamt befinden sich jetzt 8,1 Prozent des Grundkapitals im eigenen Bestand. Sie erkundigte sich, zu welchem Kurs diese Papiere durchschnittlich gekauft worden sind.

In ihrer Antwort stellte Frau Weidtmann klar, dass sie nach wie vor kein Freund von Aktienrückkäufen ist. Sie komme damit dem Wunsch der Aktionäre nach. 2017 wurden das zweite Jahr in Folge Aktien zurückgekauft und dies zu durchschnittlich 18,97 Euro. Das Programm soll auch 2018 fortgesetzt werden, vielleicht gelingt es, die Lücke zum NAV zu reduzieren. Die aktuelle Ermächtigung gilt bis 2021. Es ist geplant, die im Bestand befindlichen Papiere einzuziehen, auch wenn dies den Markt weiter verengt.

Eine Zusammenlegung von Stamm- und Vorzugsaktien würde nach Meinung von Herrn Günther und Frau Benner-Heinacher nicht nur dem Kurs guttun, sondern auch den Börsenhandel beleben. Nach Aussage von Frau Weidtmann wurde dies schon öfter thematisiert. In den Gesprächen mit dem Aufsichtsrat und dem Großaktionär habe sie dies betreffend aber nicht viel Zustimmung erhalten. Sie werde das Thema gerne noch einmal aufgreifen. Allerdings müsste für diesen Zweck erneut ein Wertpapierprospekt erstellt werden und ihr erscheint fraglich, ob dies sinnvoll wäre.

Weitere Fragen von Herrn Günther betrafen die Bilanz. Im Umlaufvermögen hatte er von Waren und Wertpapieren in Höhe von 2,1 (1,6) Mio. Euro gelesen. Er bat um eine Aufteilung dieser Position. Dies betreffend informierte der Vorständ, dass Wertpapiere im Umlaufvermögen bei Bilanzierung nach HGB wie Waren behandelt werden. Zum Bilanzstichtag handelte es sich um eher spekulativere Werte wie Voltabox und GEA, die nicht langfristig gehalten werden sollen. Der Papierbestand wird in den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ausgewiesen.

Ferner hatte Herr Günther dem Geschäftsbericht entnommen, dass sich im Portfolio zum Stichtag stille Lasten von 1,5 (2,4) Mio. Euro befanden, denen jedoch stille Reserven von 7,1 (4,9) Mio. Euro gegenüberstanden. Es ergibt sich also ein deutlich positiver Saldo von 5,6 (2,5) Mio. Euro. Befragt nach dem aktuellen Stand informierte Frau Weidtmann, dass sich der saldierte Wert gegenüber der Bilanzerstellung wenig verändert hat, obwohl im Januar einige Gewinne realisiert wurden.

Frau Benner-Heinacher bewertete das Kapitalanlagegeschäft als sehr erfolgreich. Sie stellte Fragen zu verschiedenen Einzelpositionen im Depot. Aufgefallen war ihr, dass die Effecten-Spiegel AG nach wie vor auch in Gold investiert ist, was Frau Weidtmann bestätigte. Nach ihrer Aussage handelt es sich um einen währungsgesicherten Gold-ETF, der physisch hinterlegt ist. In kleinerem Umfang finden sich Gold und Silber schon lange im Bestand. Nach Auffassung der Firmenchefin gehört dies zu einer Depotabsicherung dazu.

Überrascht zeigte sich Herr Günther, dass die Steuern von Einkommen und Ertrag trotz des höheren Gewinns auf nur noch 168 (529) TEUR gesunken sind. Auf seine Nachfrage erläuterte Frau Weidtmann, dass mit der Bilanzierung der Bestände im Anlage- oder Umlaufvermögen eine gewisse Ausjustierung möglich ist. Im Anlagevermögen waren bisher Erträge steuerfrei. Durch die jüngsten Gesetzesänderungen würden steuerliche Unsicherheiten minimiert. 

Ferner meinte der Hamburger Kaufmann bei einem Blick auf ein Foto mit den Mitarbeitern festgestellt zu haben, dass das Effecten-Spiegel-Team komplett aus Frauen besteht. Dies bestätigte Frau Weidtmann. Fest angestellt sind tatsächlich nur Frauen, was aber eher Zufall sei, unter den freien Mitarbeitern finden sich aber auch Männer. Immerhin ist der Aufsichtsrat zu 100 Prozent männlich besetzt, ergänzte sie mit einem Augenzwinkern zur Männerquote.

Ein mögliches Problem meinte Herr Günther darin zu erkennen, dass der als Ersatzmitglied für den Aufsichtsrat vorgesehene Andreas Wahlen auch einen Sitz im Aufsichtsrat der GSC Holding AG hat, an der die Effecten-Spiegel AG maßgeblich beteilig ist. Insofern könnte eine gewisse Abhängigkeit gegeben sein. Ein solches Problem sah Herr Aleff nicht. Die Effecten-Spiegel AG verfügt bei GSC nicht einmal über eine Sperrminorität. Zudem handele es sich bei beiden Mandaten um Kontrollorgane.

Hartmut Göddecke von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatte der Tagesordnung entnommen, dass die Aufsichtsratsvergütung auf 12 TEUR für das einfache Mitglied verdoppelt werden solle, was für ihn in Ordnung ging. Ihn interessierte lediglich , warum Aufsichtsratsmitglied Michael Böckhoff sich nicht mehr zur Wahl stellt. Der Angesprochene teilte selbst mit, dass er mit seiner beruflichen Tätigkeit derzeit stark eingebunden ist und nicht mehr über ausreichend Zeit verfügt, um dieses Mandat auszuüben.

In diesem Zusammenhang kam die Frage auf, warum erstmals die Wahl eines Ersatzmitgliedes vorgeschlagen wird. Hier verwies Frau Weidtmann auf den überraschenden Tod von Herrn Meinke, mit dem man aus Altersgründen absolut nicht hätte rechnen können. Da der Aufsichtsrat aus der Mindestzahl von drei Mitgliedern besteht, entsteht bei Ausfalls nur eines Mitglieds sofort Beschlussunfähigkeit was zur Handlungsunfähigkeit der Gesellschaft führen kann. Damit eine solche Situation künftig vermieden wird, soll jetzt ein Ersatzmitglied gewählt werden.

Weitere Fragen betrafen das Verlagsgeschäft. Frau Benner-Heinacher konnte aus ihren Erfahrungen mit der DSW gut nachvollziehen, wie schwer es ist, in diesem Bereich Geld zu verdienen. Interessant fand sie die Information im Geschäftsbericht, wonach die Abonnentenquote bei 87 Prozent liegt. Befragt nach der Situation bei der Digitalausgabe stellte Frau Weidtmann klar, dass sich das Online-Geschäft nach wie vor nicht lohnt. Geld verdient wird unverändert nur mit der Print-Ausgabe. Die Digitalausgabe sieht sie eher als Zusatzservice für die Abonnenten.

Herr Göddecke bat um eine Aufschlüsselung der Altersstruktur der Abonnenten. Seiner Vermutung, dass viele Leser den Effecten-Spiegel schon seit Jahrzehnten begleiten und entsprechend in die Jahre gekommen sind, konnte Frau Weidtmann nicht widersprechen. Es gestaltet sich allerdings nicht einfach, neue Abonnenten zu gewinnen. Junge Leute binden sich nach ihrer Erfahrung ungern lange mit Abonnements, man versuche sie aber wie dargelegt mit speziellen Werbemaßnahmen anzusprechen.

Auf Nachfrage von Frau Benner-Heinacher informierte die Firmenchefin, dass sich die Werbeaufwendungen im vergangenen Jahr insgesamt auf 969 TEUR belaufen haben. Davon entfiel der größte Teil mit 471 TEUR auf Werbeversendungen. Es hat sich über Jahrzehnte bewährt, frühere Abonnenten auf diesem Weg wieder einmal „anzustupsen“. Für klassische Anzeigen wurden 250 TEUR ausgegeben und für Sportwerbung rund 100 TEUR, zudem 150 TEUR für die Großplakate an Bahnhöfen. Die Klientel des Effecten-Spiegels ist viel mit dem ICE unterwegs.

Kleinaktionär Stollhof äußerte in einer späteren Wortmeldung Zweifel, ob die enormen Werbeaufwendungen sich wirklich rechnen. Bei Sportveranstaltungen findet sich seiner Meinung nach nicht das richtige Publikum für den Effecten-Spiegel und auf die regelmäßigen Werbeversendungen, die enorme Kosten verursachen, sollte seiner Meinung nach ebenfalls verzichtet werden.

In ihrer Antwort versicherte Frau Weidtmann, dass man bei Werbung viel ausprobiert habe. Es bleibt die klare Erkenntnis, dass der Direktversand die effektivste Marketingform darstellt. Früher habe man auch stark auf Anzeigen gesetzt, was aber weniger effizient wird. Komplett ohne Werbung geht es nach Überzeugung der Firmenchefin nicht - in keiner Branche. Die Rechnung, die Werbeausgaben komplett einzusparen und trotzdem am Markt präsent zu bleiben, würde auf Dauer nicht aufgehen.

Herr Stollhoff hinterfragte außerdem die selbst gesetzte Begrenzung, wonach in der Kapitalanlage maximal 10 Prozent des Eigenkapitals pro Investment eingesetzt werden dürfen. Gerade bei Sondersituationen wie die Übernahme der Postbank sollte nach seiner Überlegung mehr investiert werden, damit sich solche aufwändigen Verfahren auch finanziell stärker lohnen. Als Beispiel hob er die HVB hervor. In diese Aktie war vor Jahren deutlich mehr investiert worden, was sich seiner Meinung jetzt auszahlen könnte.

Wie Frau Weidtmann darlegte, war gerade das HVB-Engagement der Grund dafür, weshalb der Aufsichtsrat seinerzeit die Grenze eingezogen hat. Der frühere Vorstand Bolko Hoffmann hatte hier mit 40 Mio. Euro mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens investiert, was ein enormes Klumpenrisiko bedeutete. Der Squeeze-out war dann just am Tag der Lehman-Pleite eingetragen worden. Eine Absage stand im Raum und hätte sicherlich zu einem deutlichen Absturz der HVB-Aktie geführt.

Ein Geschäft war das Engagement ohnehin nicht. Gekauft habe man diese Aktien zu mehr als 41 Euro, also fast genau zu dem Preis, den die Gutachter jetzt für angemessen halten. Beim Squeeze-out hatte man aber nur 38,25 Euro bekommen und 2008 somit einen erheblichen Verlust realisiert, den man jetzt im besten Fall zzgl. Zinsen zurückbekäme.

Eine weitere Wortmeldung kam wie in den Vorjahren von Hans-Jürgen Burdajewicz. Auch schienen sich seine Fragen zum frühren Engagement der Effecten-Spiegel AG in die 7days music entertainment AG zu wiederholen. Frau Weidtmann erinnerte daran, dass sie sich in den letzten Jahren immer ausführlich zu diesem Thema geäußert und detaillierte Zahlen genannt hatte. Dennoch hat Herr Burdajewicz stets seine Fragen als unbeantwortet zu Protokoll gegeben.

So tat er es auch dieses Mal, obwohl Frau Weidtmann ausführte, dass im Jahresabschluss 2016 ncoh eine Restforderung aus dem Darlehen in Höhe von 52 TEUR ausgewiesen war, die am 24.02.2017 beglichen wurde. Zudem schlüsselte sie alle Zinseinnahmen sowie die Höhe der einzelnen Zahlungen zur Darlehensrückführung der letzten Jahre erneut auf, was Herrn Burdajewicz jedoch nicht davon abhielt, seinen Fragenkatalog erneut dem Notar zu Protokoll zu geben.

Herrn Göddecke interessierte mit Blick auf die relativ starke Ausrichtung des Effecten-Spiegel-Depots auf die USA, wie Frau Weidtmann auf die Politik von Donald Trump reagiert. Dies ist, wie die Firmenchefin mitteilte, praktisch unmöglich, da nicht berechenbar ist, was er tut und auch nicht, wie sich dies auf die Märkte auswirkt. Insgesamt erscheint ihr die politische Situation in der Welt katastrophal. Dennoch ist Frau Weidtmann überzeugt, dass die Aktie als Sachanlage weiter gefragt sein und ihren Weg finden wird.

Befragt nach den aktuell zehn größten Positionen im Wertpapierdepot verwies Frau Weidtmann auf die Veröffentlichung zum NAV zum 31.03.2018.


Abstimmungen

Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Herr Aleff die Präsenz. Auf der Hauptversammlung waren 942.506 Stammaktien entsprechend 58,36 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals und 143.057 entsprechend 7,58 Prozent der Vorzugsaktien vertreten. Das gesamte Grundkapital beläuft sich auf 9.760.000 Euro und ist eingeteilt in jeweils 1.9036.250 Stamm- und Vorzugsaktien.

Alle Beschlüsse, im Einzelnen die Dividende von 0,90 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Festsetzung der Aufsichtsratsvergütung mit 12 TEUR für das einfache Mitglied (TOP 5), die Wahl der Herren Wolfgang Aleff, Dr. Klaus Hahn und Stefan Füger sowie des Ersatzmitgliedes Andreas Wahlen in den Aufsichtsrat (TOP 6) sowie die Bestellung der Wisbert Treuhand GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 7), wurden mit großer Mehrheit gefasst.

Gegen 16 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.


Fazit

Die Effecten-Spiegel AG blickt auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurück. Der Gewinn konnte ausgehend von dem schon guten Vorjahreswert auf 3,8 (3,2) Mio. Euro weiter gesteigert und zudem der Saldo aus stillen Lasten und Reserven auf 5,6 (2,5) Mio. Euro ausgebaut werden. Die Aktionäre können sich über eine Dividendenerhöhung auf 0,90 (0,80) Euro freuen. Lob und Anerkennung erhielt Marlis Weidtmann, die vor zehn Jahren den Vorstandsposten vom Firmengründer Bolko Hoffmann übernommen hat, auch für die längerfristige Performance.

Die Effecten-Spiegel-Aktie notiert nach wie vor deutlich unter dem Net Asset Value, der sich per Ende April 2018 mit 22,95 Euro errechnete. Die regelmäßigen Aktienrückkäufe haben den Discount immerhin verringert. Am Tag der Hauptversammlung notierte der Kurs bei rund 20 Euro, nach dem Dividendenabschlag sind es nun etwa 19 Euro. Schon eine gleichbleibende Dividende würde damit eine Rendite von stattlichen 4,7 Prozent bedeuten. Die Aktie ist unverändert ein interessantes Investment für konservative Anleger.

Zusätzliche Chancen ergeben sich aus den laufenden Verfahren. Eine erhebliche Nachzahlung könnte aus der Klage im Zusammenhang mit der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank winken, wenn das Urteil des LG Köln vor der nächsten Instanz Bestand hat, wonach die Deutsche Bank allen Aktionären ein Angebot zu dem Preis unterbreiten müsste, den sie der Deutschen Post bezahlt hat – das würde eine Nachbesserung von 32,25 Euro je Aktie bedeuten. Fortschritte gibt es endlich auch bei dem Spruchstellenverfahren betreffend den Squeeze-out der HVB.


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