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Baader Bank AG (ISIN DE0005088108)

Weihenstephaner Straße 4
D-85716 Unterschleißheim
Deutschland
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Die Baader Bank AG hatte für den 25. Juni 2018 zur Hauptversammlung in das Haus der Bayerischen Wirtschaft nach München eingeladen. Mehr als 100 Aktionäre und Gäste hatten sich dort eingefunden, darunter Matthias Wahler für GSC Research, um mehr über die Hintergründe der recht positive Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres zu erfahren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Horst Schiessl eröffnete die Sitzung um 10 Uhr und stellte die Herren der Verwaltung vor, die allesamt anwesend waren. In diesem Zusammenhang kam er auf die personellen Veränderungen im Aufsichtsrat zu sprechen. In dem sechsköpfigen Gremium haben die beiden Arbeitnehmervertreter gewechselt. Und auch auf der Kapitalseite wird es Veränderungen geben.

Zu seinem Bedauern musste Dr. Schiessl mitteilen, dass die Herren Dr. Christoph Niemann und Karl-Ludwig Kamprath sich nach vielen Jahren nicht mehr zur Wahl in den Aufsichtsrat stellen. An ihrer Stelle sollten unter TOP 5 die Herren Prof. Dr. Georg Heni und Niels Niermann gewählt werden, die sich der Hauptversammlung im Folgenden kurz vorstellten.

Er selbst und sein Kollege Helmut Schreyer wollen, wie es Dr. Schiessl formulierte, trotz ihres ebenfalls schon vorgerückten Alters noch einmal antreten, um in dem Gremium eine gewisse Kontinuität zu wahren. Es wäre nicht förderlich, wenn alle sechs Aufsichtsratsmitglieder gleichzeitig ausgetauscht würden. Beiden ist aber wohl bewusst, dass sie auch für ihre Personen den Generationswechsel vorbereiten müssen.

Nach Abhandlung der Formalien und einigen ergänzenden Angaben zum Aufsichtsratsbericht übergab Dr. Schiessl das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Nico Baader.


Bericht des Vorstands

Das beherrschende Thema in der Finanz- und Bankenbranche waren nach Aussage von Herrn Baader im vergangenen Jahr die mit der neuen Bankenrichtlinie MiFID II verbundenen Veränderungen. Die Umsetzung dieser Verordnungen war für mittelständische Institute mit einem enormen Ressourcen- und Kostenaufwand verbunden. Speziell die Baader Bank war aufgrund ihrer sehr breiten Aufstellung im Handelsbereich und im Market Making an sehr vielen Stellen betroffen. Dennoch ist es gelungen, diese Aufgabe mit einem einigermaßen überschaubaren Kostenaufwand zu schultern.

Das Marktumfeld gestaltet sich auch weiterhin nicht förderlich. Zwar legte der DAX um 12,5 Prozent zu und der MDAX gewann 18,1 Prozent. Durch die gute Performance der Märkte allein verdient die Baader Bank aber noch kein Geld. Dies hängt wesentlich von den Handelsvolumina ab und da hat sich nicht viel getan. Die Börsenumsätze stiegen von sehr niedrigem Niveau aus nur um 6,6 Prozent und die Volatilität bewegte sich zeitweise auf einem neuen Allzeittief. Herr Baader sieht darin den Trend der letzten Jahre bestätigt, dass sich Performance und Umsatz immer mehr entkoppeln.

Verstärkt wurde die rückläufige Entwicklung nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden noch von der sich fortsetzenden Abwanderung von Umsatz von den etablierten Börsen an alternative Handelsplätze. Man müsse aber mit diesen Veränderungen leben, es macht keinen Sinn zu warten, dass der Umsatz zurückkehrt. Im Rentenbereich ist die Situation ebenfalls unverändert. Durch die anhaltenden Käufe der EZB ist der Markt weitgehend ausgetrocknet. Mit der Ankündigung der EZB, die Anleihekäufe zu reduzieren, scheint sich dies nun langsam zu ändern.

Besser lief es im vergangenen Jahr bei den Neuemissionen. Die Anzahl der Börsengänge im Prime Standard erhöhte sich von fünf auf acht und das Emissionsvolumen auf 8,6 (Vorjahr: 5,8) Mrd. Euro, obwohl das Schwergewicht innogy den Wert 2016 noch nach oben getrieben hatte. Die Baader Bank war bei sechs der acht Börsengänge als Spezialist mandatiert und übernahm die Orderbuchführung bei Vapiano, Delivery Hero, Jost Werke, Varta, Befesa und HelloFresh.

Auch im Transaktionsgeschäft konnte Herr Baader von einer erfreulichen Entwicklung berichten. Insbesondere im ersten Halbjahr profitierten die Münchner von einer allgemeinen Belebung der Auftragslage im Kapitalmarktgeschäft. Dies schlug sich sowohl in der Anzahl als auch im Gesamtvolumen der begleiteten Transaktionen nieder. Gemessen am Volumen rangiert die Baader Bank in diesem Bereich weiterhin auf den vorderen Rängen.

Dennoch hält es der Vorstandsvorsitzende für sehr wichtig, eine größere Unabhängigkeit von den Börsenumsätzen zu erreichen, also von den Kapital- und Wertpapiermärkten mehr oder minder unabhängige Ertragsquellen zu erschließen. Gelingen soll dies, wie bereits auf der vorjährigen Hauptversammlung skizziert, indem die vom Wertpapiermarkt abhängigen Geschäftsfelder Market Making, Multi Asset Brokerage und Capital Markets von den Bereichen Asset Management Services, Banking Services und Research ergänzt werden.

Herr Baader freute sich nun berichten zu können, dass sich im Geschäftsjahr 2017 sowohl das Depotgeschäft wie auch die Assets under Management positiv entwickelt haben. Das betreute Vermögen im Geschäftsfeld Asset Management Services erhöhte sich deutlich auf 6,10 (5,35) Mrd. Euro und im Geschäftsfeld Banking Services konnte die Zahl der Depots von rund 5.800 auf über 14.500 mehr als verdoppelt werden. Nachdem die Erträge in diesen Bereichen eher bestandsabhängig sind, ist dies eine erfreuliche Entwicklung.

Den Überblick über das Zahlenwerk begann Herr Baader mit einem Blick auf das Provisionsergebnis, welches hauptsächlich aus dem Vermittlungs- und Handelsgeschäft mit institutionellen Investoren und dem Kapitalmarktbereich erwirtschaftet wird. Dieses verbesserte sich um 14,2 Prozent auf 46,6 (40,7) Mio. Euro. Der Zuwachs resultiert vor allem aus höheren Erträgen aus den Geschäftsfeldern Multi Asset Brokerage und Capital Markets. Das Niveau von 50,1 Mio. Euro aus 2015 wurde aber nicht erreicht. Insgesamt begleitete die Baader Bank 13 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von fast 2 Mrd. Euro.

Das Handelsergebnis konnte um 9,2 Prozent auf 57,7 (52,8) Mio. Euro verbessert werden. Diese Erträge stammen vorwiegend aus dem Market Making. Damit setzte sich der Aufwärtstrend aus dem Vorjahr fort, womit sich der Vorstandsvorsitzende zufrieden zeigte.

Erstmals finden sich in der Gewinn- und Verlustrechnung außerdem Umsatzerlöse von 12,1 Mio. Euro. Diese stammen laut Herrn Baader vom kroatischen Windparkbetreiber Selan, den die Baader Bank 2015 komplett übernommen hat. Das Ziel war ursprünglich dessen Weiterveräußerung. Nun wurde aber beschlossen, davon erst einmal abzusehen, weshalb dieses Unternehmen rückwirkend zum 1. Januar 2017 konsolidiert wurde. Damit ist die generierte Einspeisevergütung nun als Umsatz enthalten.

Insgesamt erhöhte sich der Rohertrag im Konzern um 22 Prozent auf 117,9 (96,8) Mio. Euro und damit deutlich stärker als erwartet. Ohne den Effekt aus der Erstkonsolidierung von Selan hätte der Anstieg 9,2 Prozent betragen und damit in etwa so viel wie prognostiziert. Wichtig war Herrn Baader der Hinweis, dass das Handels- und Provisionsergebnis mit 86 Prozent den weitaus größten Teil zu den Einnahmen beisteuern. Das Zinsergebnis und die laufenden Erträge sind für die Baader Bank von untergeordneter Bedeutung.

Erklärungsbedürftig schien Herrn Baader die Entwicklung auf der Kostenseite. Auf den ersten Blick ist der Aufwand auf 97,3 (91,6) Mio. Euro gestiegen. Der Personalaufwand erhöhte sich auf 54,7 (50,3) Mio. Euro, wovon allerdings 3,8 Mio. Euro aus nicht geplanten Restrukturierungskosten im Geschäftsfeld Market Making und aus höheren Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen resultieren. Bereinigt um Sondereffekte lagen die Personalkosten in etwa auf Vorjahresniveau. Beim anderen Verwaltungsaufwand resultiert der Anstieg auf 41,4 (38,3) Mio. Euro aus der Konsolidierung der Selan-Gruppe. Bereinigt um die Sondereffekte lagen die Kosten in etwa auf Vorjahresniveau. Die positiven Effekte aus den Kostensenkungsmaßnahmen der letzten Jahre setzen sich fort.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen stiegen deutlich auf 18,3 (9,9) Mio. Euro. Darin enthalten sind nicht prognostizierbare Abschreibungen von 8,3 Mio. Euro. Zum einen betrifft dies Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere in Höhe von 4,2 Mio. Euro und zudem Abschreibungen auf Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen mit 4,1 Mio. Euro.

Insgesamt entfallen Herrn Baader zufolge 14,1 Mio. Euro auf Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen. Hier schlägt sich die Konsolidierung der Selan-Gruppe in Form von Abschreibungen auf die Windkraftanlagen in Höhe von 3,5 Mio. Euro nieder. Bereinigt um alle Sondereffekte konnten auch die Abschreibungen auf einem relativ konstanten Niveau gehalten werden.

Das operative Ergebnis verbesserte sich im Konzern deutlich auf plus 7,7 (minus 1,8) Mio. Euro. Auch das Konzernergebnis wird im Geschäftsjahr 2017 mit plus 2,3 (minus 3,6) Mio. Euro positiv ausgewiesen. Im Einzelabschluss steht mit minus 4,4 (minus 0,1) Mio. Euro noch ein Fehlbetrag. Nichtsdestotrotz zeigte sich Herr Baader relativ zufrieden mit dem Ergebnis. Richtig zufrieden ist er aber erst, wenn wieder eine angemessene Dividende gezahlt werden kann. 

Unverändert solide ist die finanzielle Aufstellung der Baader Bank. Bei einer Bilanzsumme von 765 (579) Mio. Euro erhöhte sich das Eigenkapital auf 97,5 (96,0) Mio. Euro, woraus sich eine bilanzielle Eigenkapitalquote von 13 Prozent errechnet. Unter Berücksichtigung des Fonds für allgemeine Bankrisiken sind es 16 Prozent. Die aufsichtsrechtliche Gesamtkapitalquote verbesserte sich auf 17 (15) Prozent. Bei diesen Kennzahlen befindet sich die Baader Bank auf einem guten Weg, ist aber noch nicht da, wo sie hin soll. 

Herr Baader kam dann zum Ausblick. Wie eingangs dargelegt, befindet sich die gesamte Bankenwelt im Wandel, woraus aber auch Chancen erwachsen können. Wie er ausführte, eröffnen derzeit andere Banken für ihre Kunden Konten und Depots bei der Baader Bank, da sie das Wertpapiergeschäft nicht im Fokus haben und die zunehmenden Regularien nicht schultern können oder wollen. Und die Baader Bank ist einer der wenigen Partner, an den sie die Konto- und Depotführung auslagern können.

Die Ziele für die Zukunft hat der Vorstand in der „Vision 2022“ zusammengefasst. Es ist geplant, das Geschäft auf die historisch gewachsenen Kernkompetenzen und die Marktnischen mit Potenzial, also die sechs genannten Geschäftsfelder, zu fokussieren. Zusammengefasst sind dies Banking Services und Asset Management Services, die den Kunden den effektiven, effizienten und sicheren Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten ermöglichen sollen. Die Baader Bank soll so zur Investmentbank der Zukunft entwickelt werden.

Das Ziel ist es, das verwaltete Vermögen deutlich auszubauen und so die Einnahmeströme unabhängiger vom Wertpapierhandel zu gestalten. Herr Baader ist überzeugt, dass es sich auszahlen wird, wenn die Baader Bank sich auf ihre Kernkompetenzen konzentriert. Er ist zuversichtlich, dass mit dieser Aufstellung das Ergebnis schon im laufenden Jahr deutlich verbessert und auch wieder eine Dividende gezahlt werden kann.


Allgemeine Aussprache

Nach Einschätzung von Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) war das Geschäftsjahr 2017 nicht leicht, es ist aber immerhin ein deutlicher Sprung nach vorne gelingen. Auch Andreas Breijs von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der in München aktive Kleinaktionär Eckhard Stauffenberg honorierten die verbesserte Geschäftsentwicklung. Zumindest im Konzern wird endlich wieder ein positives Ergebnis ausgewiesen.

Eine erste Frage von Herrn Bauer betraf die Handelsplattform gettex, zu der er gar nichts gehört hatte. Hier konnte Herr Baader von einer durchaus erfreulichen Entwicklung berichten. Der Umsatz konnte, wenn auch von einer relativ niedrigen Basis aus, im vergangenen Jahr um 60 Prozent gesteigert werden. Ein erster Derivateemittent handelt auf dieser Basis. Eine neue Direktbank konnte allerdings noch nicht angeschlossen werden, was aber vermutlich daran liegt, dass die Institute mit Mifid II ausgelastet waren. „Es tut sich was bei gettex, aber noch nicht so viel, wie wir uns wünschen“, erklärte Herr Baader.

Die anknüpfende Frage von Herrn Bauer, wie hoch der Marktanteil der Baader Bank im außerbörslichen Handel insgesamt ist, konnte der Vorstandsvorsitzende nicht beantworten. Wie er darlegte, sollte mit Mifid II diesbezüglich eigentlich mehr Transparenz erreicht werden. Dies ist aber nicht gelungen. Auch er wüsste gerne mehr. Es gibt aber keine verlässliche Datenbasis zum Volumen des außerbörslichen Handels.

Den Ausführungen des Vorstands hatte Herr Bauer entnommen, dass sich das Geschäft im Bereich Asset Management Services positiv entwickelt. Tatsächlich ist aber ausweislich des Geschäftsberichts ein Kunde verlorengegangen. Für ihn passte dies nicht zusammen. In seiner Antwort verwies Vorstandsmitglied Oliver Riedel auf den deutlichen Zuwachs des verwalteten Vermögens, von dem Herr Baader berichtet hatte. Manchmal müssen aber unprofitable Mandate beendet werden. Im konkreten Fall war es eine Verschmelzung.

Alle drei Redner hinterfragten die Entwicklung bei verschiedenen Beteiligungen, die sich nicht so entwickeln wie es sein sollte. Zunächst ging es um die Skalis Asset Management AG, die nach Berechnungen von Herrn Stauffenberg über drei Jahre in Summe einen Verlust von 2,8 Mio. Euro eingebracht hat. Nach Angabe im Geschäftsbericht soll dieses Unternehmen verkauft werden. Er erkundigte sich nach dem aktuellen Stand.

In seiner Antwort informierte Herr Baader, dass der Verkauf abgeschlossen ist. 75,1 Prozent der Anteile wurden veräußert, 24,9 Prozent befinden sich noch in der Tochtergesellschaft Baader & Heins Capital Management AG. Die Entkonsolidierung erfolgte zum 30. Juni 2018. Den Verlust von 400 TEUR, der im ersten Halbjahr 2018 noch angefallen ist, trägt der neue Eigentümer. 

Unbefriedigend erschien Herrn Stauffenberg ebenso die Situation der Conservative Concept Portfolio Management AG (CCPM). Diese Gesellschaft schreibt zwar keine Verluste, mit 12 TEUR ist das positive Ergebnis aber auch nicht der Rede wert. Ihn interessierten die Perspektiven dieses Unternehmens.

Auf seine Nachfrage informierte Herr Baader, dass die CCPM mit sechs Mitarbeitern Assets under Management in Höhe von 400 Mio. Euro verwaltet. Vielfach handelt es sich um langjährige Kunden, darunter zwei institutionelle Investoren. Die Performance ist zufriedenstellend, die Management Fee reicht aber nur für ein ausgeglichenes Ergebnis. Man hoffe auf eine Performance Fee, die dann sehr hoch ausfallen könnte. Grundsätzlich steht indes auch diese Gesellschaft zum Verkauf.

Ein Thema von Herrn Breijs und Herrn Stauffenberg war die US-Tochter Baader Helvea Inc. in New York, die das Geschäftsjahr 2017 mit einem Verlust von 1,05 Mio. Euro abgeschlossen hat. Auch die Vorjahre waren nach der Recherche von Herrn Stauffenberg negativ gewesen. Nach seiner Auffassung müsste man dringend überlegen, diese Tochtergesellschaft zu schließen.

In seiner Antwort versicherte Herr Riedel, dass die Sinnhaftigkeit des US-Engagements durchaus geprüft wurde. Ein Standort wurde geschlossen, um die Kosten zu senken. Der Zugang zu den Investoren in den USA ist für die Baader Bank aber von strategischer Bedeutung und grundsätzlich eröffnet sich großes Potenzial. Die US-Tochter wird nach seiner Überzeugung zeitnah profitabel werden. Eine Schließung kommt nicht infrage.

Weitere Fragen zielten auf die Situation bei der Gulf Baader Capital Markets S.A.O.C. im Oman, die ebenfalls seit Jahren Verluste schreibt und an der die Baader Bank mit 30 Prozent beteiligt ist. Herr Stauffenberg regte an, bei diesem Engagement besser einen Schlussstrich zu ziehen. Nach Aussage von Herrn Baader ist das Ergebnis im Oman aktuell wieder positiv. Die Erwartungen, die mit dieser strategischen Beteiligung im arabischen Raum verbunden waren, haben sich aber nicht erfüllt. Auch diese Beteiligung soll verkauft werden.

Weiter interessierte Herrn Bauer, wie es mit dem Engagement in Indien aussieht. Die Beteiligung Parsoli Corporation Ltd. steht nur noch mit einem Erinnerungswert in der Bilanz, offenbar existiert sie aber noch. Dies betreffend erläuterte Herr Baader, dass diese Beteiligung noch aus der Expansion nach Indien im Jahr 2006 resultiert, die bekanntlich in einem großen Betrug geendet hat. Das Geschäft vor Ort ist komplett abgewickelt, es laufen aber noch juristische Verfahren.

Herr Stauffenberg sprach schließlich noch die Beteiligung an der Ophirum ETP GmbH an, auf die eine außerplanmäßige Abschreibung von 0,8 Mio. Euro vorgenommen worden ist. Er konnte nicht verstehen, was diese Gesellschaft überhaupt für einen Zweck hat. In seiner Antwort räumte Herr Brichmann ein, dass mit Ophirum ein dem Xetra Gold überlegenes Produkt am Markt etabliert werden sollte. Dies ist aber nicht gelungen. Das Projekt wird nun wieder beendet werden. 

Nicht recht verstehen konnte Herr Bauer, warum der Vorstand die Verkaufsabsicht beim Windpark Selan wieder zurückgezogen hat. Ein solches Engagement passt doch überhaupt nicht zu einer Bank. Er riet zu einem zügigen Verkauf. Herr Breijs und Herr Stauffenberg waren anderer Meinung. Schließlich steuerte diese Gesellschaft 2017 mit 3 Mio. Euro ein deutlich positives Ergebnis bei. Ohne Selan wäre das Konzernergebnis gar nicht positiv gewesen.

In seiner Antwort bestätigte Herr Brichmann, dass ein Windpark nicht zu einer Bank gehört. Der ursprünglich geplante Verkauf wurde aber bislang nicht umgesetzt und nach drei Jahren muss die Beteiligung nun konsolidiert werden. Ein Verkauf ist weiterhin geplant, aber nicht um jeden Preis. In der Branche ist bekanntlich Vieles im Fluss. Mittlerweile ist der Buchwert komplett durch das Eigenkapital gedeckt.

Ferner war Herrn Stauffenberg aufgefallen, dass die Abschreibungen in der AG im Geschäftsjahr 2017 deutlich höher waren als im Konzern. Er vermutete ein „Großreinemachen“. Befragt nach dem Grund informierte Herr Brichmann, dass die Buchwerte der Beteiligungen in der AG an den Konzern angepasst wurden. In der Regel entsprechen die Buchwerte jetzt dem Eigenkapital, womit keine weiteren Belastungen mehr zu erwarten sind.

Herr Breijs hinterfragte die Pläne mit den eigenen Aktien. Immerhin befinden sich 277.000 Stücke im eigenen Bestand. Nach Angabe von Herrn Brichmann waren diese Anteile eigentlich für die Bedienung eines Aktienoptionsprogramms vorgesehen, welches aber ausgelaufen ist. Eigentlich brauche man diese Anteile nun nicht mehr. Aktuell gibt es keine konkreten Verwendungspläne. Gegebenenfalls sollen sie verkauft werden.

Als erfreulich bewertete Herr Stauffenberg, dass das Cost-Income-Ratio im Geschäftsjahr 2017 auf 96 (102) Prozent reduziert werden konnte. Erstmals seit langer Zeit wird es wieder mit weniger als 100 ausgewiesen. Befragt nach der weiteren Planung teilte Herr Brichmann mit, dass in der Vision 2022 ein Zielwert von 75 Prozent hinterlegt ist, was sicherlich ambitioniert ist. Dies zu erreichen braucht noch etwas Zeit. Im laufenden Jahr soll die Quote auf weniger als 95 Prozent sinken.

Mit Interesse hatte Herr Stauffenberg vernommen, dass vielleicht schon im kommenden Jahr eine Dividende bezahlt werden soll. Ihm erschloss sich aber nicht, wie dies realisiert werden soll, nachdem der Bilanzverlust im Einzelabschluss sogar noch auf 11 (6) Mio. Euro gestiegen ist. Dies betreffend informierte Herr Brichmann, dass bei einem positiven Ergebnis in der AG ungeachtet des Bilanzverlustes eine Ausschüttung vorgenommen werden könnte.


Abstimmungen

Dr. Schiessl verkündete die Präsenz mit 37.309.269 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 45.908.682 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 81,27 Prozent.

Alle Beschlüsse, im Einzelnen die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Wahl der PricewaterhouseCoopers AG zum Abschlussprüfer (TOP 4) sowie die Neuwahl des Aufsichtsrats (TOP 5), wurden mit großer Mehrheit gefasst.

Gegen 12:45 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.


Fazit

Das Geschäftsjahr 2017 hat die Baader Bank endlich wieder mit einem positiven Konzernergebnis abgeschlossen. Obwohl sich das Marktumfeld mit den anhaltend niedrigen Börsenumsätzen weiterhin nicht förderlich gestaltet, konnten sowohl das Handels- wie auch das Provisionsergebnis gesteigert werden. Die Baader Bank profitiert von ihrer starken Marktstellung. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass sie im vergangenen Jahr bei sechs der acht Börsengänge im Prime Standard als Spezialist mandatiert war.

Auch in den neuen Bereichen geht es gut voran. Im Geschäftsfeld Asset Management Services konnte das betreute Vermögen auf mehr als 6 Mrd. Euro deutlich erhöht und im Segment Banking Services die Zahl der Depots mehr als verdoppelt werden. Damit reduziert sich die Abhängigkeit der Baader Bank von den Börsenumsätzen, was die Geschäftsentwicklung in den kommenden Jahren stabiler gestalten sollte. Damit steigen die Chancen, dass in Zukunft wieder nachhaltig positive Ergebnisse erwirtschaftet werden.

Der Vorstandsvorsitzende zeigte sich zuversichtlich, dass schon im kommenden Jahr wieder eine Dividende gezahlt werden kann, was sicherlich ein großer Erfolg wäre. Je nach Höhe der Ausschüttung könnte dies den Aktienkurs positiv beeinflussen, nachdem er sich in den letzten zwölf Monaten trotz der verbesserten wirtschaftlichen Situation im Wesentlichen seitwärts bewegt hat. Mit rund 2 Euro wird die Aktie immer noch unter Eigenkapital gehandelt. Bei einer nachhaltig positiven Geschäftsentwicklung dürfte sich dies ändern.


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