SBF AG (vorm. Corona Equity Partner AG) (ISIN DE000A2AAE22)

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Am 3. Juni 2019 fand in München die ordentliche Hauptversammlung der SBF AG statt. Trotz eines Umsatzrückgangs gelang dem Unternehmen auch 2018 wieder eine leichte Ergebnissteigerung. Rund 15 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner für GSC Research, hatten sich in den Räumen der Bayerischen Börse eingefunden, um sich über die weiteren Zukunftschancen zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lothar Koniarski eröffnete pünktlich um 10 Uhr die Hauptversammlung und wies darauf hin, dass er in diesem Jahr angesichts der Tagesordnung auch selbst das Protokoll der Hauptversammlung führen wird. Nach dem Verlesen der sonstigen Formalien übergab Dr. Koniarski das Wort an das Vorstandsmitglied Rudolf Witt.


Bericht des Vorstands


Herr Witt wies zunächst auf die etwas veränderte Aufmachung hin, bei der bisherigen Aufarbeitung war diese etwas zahlenlastig ausgefallen. Nun sei aber die Zeit gekommen, um stärker nach vorne zu blicken. Die SBF AG ist eine Beteiligungsgesellschaft, die als Holding fungiert. Dabei hält die Holding im Wesentlichen nur eine Beteiligung, nämlich die SBF Spezialleuchten GmbH. Die SBF Spezialleuchten ist ein führender Zulieferer von Decken- und Beleuchtungssystemen für Schienenfahrzeughersteller. Im Angebot der SBF befinden sich Außenbeleuchtung, Retrofit, Deckensysteme, Belüftungssysteme sowie der Bereich Interieur.

Darüber hinaus ist die Gesellschaft laut Herrn Witt sehr innovationsstark und erhielt zum Beispiel eine Auszeichnung für das Beleuchtungssystem Gridlight. Im Hinblick auf den Wettbewerb erklärte der Vorstand, es handelt sich insgesamt um eine sehr komplexe Materie. Entsprechend wenige Systemanbieter sind im Markt vertreten. Konkurrenz kommt vor allem von einem Unternehmen in Finnland und einem in Österreich. Der Vorteil im Hinblick auf eine nur geringe Wettbewerberanzahl ist, betonte Herr Witt, dass man selbst nicht so einfach substituierbar sei. Entsprechend gut sah er das Unternehmen für die Zukunft aufgestellt.

Zufrieden zeigte sich Herr Witt mit dem Abschluss des Turnarounds im Jahr 2018. Der Umsatz verringerte sich in den letzten drei Jahren, was jedoch keine Überraschung sei. Diese Entwicklung sei immer noch der schwierigen Situation im Jahr 2015 geschuldet. Da häufig eviel Zeit zwischen Auftragsvergabe und Umsatzrealisierung vergeht, wirkte die schwache Entwicklung in 2015 bis jetzt nach. Ab dem laufenden Jahr erwartete der Vorstand jedoch wieder steigende Umsätze.

Trotz dieser Entwicklung konnte das Unternehmen auf der Ergebnisseite wieder in die schwarzen Zahlen geführt werden. Im Geschäftsjahr 2018 verzeichnete die SBF trotz eines Umsatzrückgangs von 25 Prozent eine leichte Ergebnissteigerung. Um dies zu erreichen, bedarf es jedoch eines strikten Kostenmanagements. Bei einem Umsatz von 14,7 Mio. Euro erwirtschaftete die Gesellschaft ein EBIT von 1,6 Mio. Euro. Das Jahresergebnis legte dabei leicht auf 1,39 Mio. Euro zu. Im letzten Jahr erwirtschaftete SBF damit eine EBITDA-Marge von über 15 Prozent und eine Vorsteuermarge von knapp 10 Prozent. Nach Ansicht des Vorstands könne man auf diese Margen stolz sein, denn eigentlich handle es sich bei SBF um ein mittelständisches Produktionsunternehmen.

Bei der Vermögenslage ergaben sich kaum Veränderungen, die Werte lagen nahezu auf Vorjahresniveau. Mit einem Eigenkapital von knapp 11,6 Mio. Euro weist die Bilanz eine Eigenkapitalquote von über 70 Prozent auf. 2016 lag die Eigenkapitalquote noch bei rund 51 Prozent, so Herr Witt. Dies war vor allem auf die Tilgung von Bankverbindlichkeiten zurückzuführen.

Aktuell ist die Lage des Unternehmens bestens geordnet und weist nur noch eine geringe Verschuldung auf. Dies betrifft mit 1,5 Mio. Euro die vorhandene Immobilie. Allerdings stehen dem der Wert der Immobilie von etwa 7 Mio. Euro und das Lager mit einem Wert von 6 Mio. Euro gegenüber. Neben den Maschinen bestehen auch noch freie Linien von 5 Mio. Euro, die nicht ausgenutzt sind.

Wie Herr Witt berichtete, geht der Trend weltweit zur Schiene. So kommt es in zahlreichen Ländern zu einer wahren Investitionsoffensive. Vor allem Stadler und Siemens stehen derzeit hervorragend da und können die vorliegenden Aufträge kaum abarbeiten. Der Anteil am Zug, der auf SBF entfällt, liegt bei rund 2 Prozent, teilte der Vorstand mit. Da sich die Produkte im sichtbaren Bereich befinden, handelt es sich aber trotzdem um elementare Systeme für die Züge.

Für die Zukunft hat sich SBF vor allem vier Maßnahmen auf die Agenda geschrieben. Nämlich den Ausbau des Leistungsangebots, die Fortsetzung der Kostenoptimierung, die stärkere Internationalisierung sowie die Prüfung strategischer Zukäufe, Beteiligungen oder Kooperationen. Allerdings müsse sich dabei auch die passende Gelegenheit ergeben, so Herr Witt. Sehr interessant empfand der Vorstand auch den amerikanischen Markt. Im Hinblick auf Zukäufe oder Kooperationen konnte sich der Vorstand im laufenden Jahr oder 2020 einen Vollzug vorstellen. Das Ziel ist dabei, der führende Systemlieferant zu werden.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartete Herr Witt einen Umsatz in der Größenordnung von 17 bis 18 Mio. Euro. Bis zum Jahr 2022 oder 2023 konnte sich der Vorstand einen Umsatz von über 30 Mio. Euro aus eigener Kraft vorstellen. Hinzukommen könnten dann noch Erlöse aus Akquisitionen. Auf der Ergebnisseite soll der Ertrag auf mittlere Sicht auf 2,2 Mio. Euro plus zusätzliche Ertragschancen aus Zukäufen steigen.

Laut Herrn Witt befindet sich SBF in einem attraktiven und konjunkturunabhängigen Marktumfeld. Derzeit verfügt die Gesellschaft über einen recht hohen Auftragsbestand von etwa 34 Mio. Euro. Zudem hat die Gesellschaft noch viele Angebote im Markt, wobei Herr Witt eine Zuschlagsquote von rund 50 Prozent erwartete. Nach dem Abschluss der Restrukturierung könnten nun auch Übernahmen ins Blickfeld kommen. In Leipzig besitzt das Unternehmen auch noch riesiges Wachstumspotenzial, das Grundstück bietet noch enorme freie Flächen und weist zudem eine sehr gute Lage auf. Insgesamt war SBF noch nie so zukunftsfähig aufgestellt wie heute, betonte Herr Witt zum Ende seiner Ausführungen.

Das Vorstandsmitglied Robert Stöcklinger berichtete von einem enormen Marktvolumen in Europa von etwa 45,7 Mrd. Euro. Positiv wertete er hierbei auch, dass die meisten großen Hersteller ihren Sitz in Europa haben. Dort ist die Gesellschaft dann auch in den Entwicklungsteams präsent. Das Marktvolumen in Asien lag sogar bei über 56 Mrd. Euro. So hat SBF ebenfalls eine Investitionsoffensive gestartet, um die flexiblen Anforderungen der Hersteller zu erfüllen. Damit möchte die Gesellschaft in den kommenden Jahren positive Akzente bei Umsatz und Ergebnis setzen.


Allgemeine Diskussion


Herr Müller sprach dem Vorstand zunächst seinen ausdrücklichen Dank aus, der das Unternehmen nun wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht hat. Zufrieden war er auch mit der Tatsache, dass nun auch ein Konzernbericht erstellt wird. Den Aktionär interessierte, wie sich die SBF Spezialleuchten GmbH entwickeln muss, um den ehemaligen Wertansatz wieder zu erreichen, nachdem im vergangenen Jahr bereits eine Zuschreibung über gut 3,6 Mio. Euro erfolgte. Nach Aussage von Herrn Witt besteht noch ein Zuschreibungspotenzial von rund 13 Mio. Euro. Allerdings hängt dies immer von der Analyse des Wirtschaftsprüfers ab. Nun scheint bei der Ergebnisentwicklung aber eine Nachhaltigkeit gegeben. Wie 2019 ausfällt, könne man noch nicht absehen, der Vorstand rechnete aber mit einer erneuten Zuschreibung.

Angesprochen auf den Immobilienverkauf in Wurzen teilte Herr Witt mit, dass dieser einen kleinen Ertrag brachte. Bei einem angesetzten Wert von etwa 530 TEUR erfolgte der Verkauf zu rund 575 TEUR. Vor dem Hintergrund der geplanten Wachstumsinvestitionen wollte Aktionär Müller wissen, ob dabei auch eine Kapitalerhöhung anstehen könnte. Die Neuinvestitionen werden pauschal mit 1,5 Mio. Euro pro Jahr angesetzt.  2019 könnten die Investitionen bis zu 4,5 Mio. Euro betragen, dafür werde dann in den Jahren 2020 und 2021 nur ein geringer Betrag anfallen. Vom 2019er Budget von bis zu 4,5 Mio. Euro wurden bisher 1,8 Mio. Euro ausgegeben. Hier könnte auch der Großteil fremdfinanziert werden, eine Kapitalerhöhung könnte im Rahmen einer Übernahme erfolgen.

Eine weitere Frage von Herrn Müller betraf das Thema Steuerprüfung. Nach den Worten des Vorstands ist die Prüfung für die GmbH und die AG bis Ende 2015 erfolgreich abgeschlossen. Auch wenn es Diskussionen gab, musste die Gesellschaft keinerlei Zahlungen leisten. Erklärungsbedürftig empfand Herr Müller die sonstigen Leistungen beim Wirtschaftsprüfer in Höhe von 21 TEUR. Dieser Posten beinhaltete vor allem die Tätigkeiten im Rahmen der umfangreichen Steuerprüfung für die Jahre 2012 bis 2015, erklärte Herr Witt.

Nicht ganz klar war dem Aktionär auch, weshalb entgeltlich erworbene Lizenzen abgeschrieben werden mussten. Hierbei handelt es sich um Restbestände aus der Vergangenheit, teilte der Vorstand mit. Des Weiteren erkundigte sich Herr Müller nach etwaigen Risiken im Zusammenhang mit dem Insolvenzverwalter bei der Leuchten Manufactur. Der Insolvenzverwalter hatte auf Herausgabe von 300 TEUR geklagt und in dieser Höhe gab es auch eine Rückstellung. Nach den Worten von Herrn Witt konnte nun ein Vergleich über 150 TEUR erreicht werden. Kritisch sah Herr Müller die Beleuchtung bei der neuen S-Bahn in München.Wie Herr Stöcklinger berichtete, handelt es sich um ein SBF-Projekt. Allerdings werde die Lichtintensität in den Zügen durch den Betreiber eingestellt.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Aussprache leitete Dr. Koniarski zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 7.843.580 Euro waren 6.102.566 Euro entsprechend 77,8 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle einstimmig im Sinne der Verwaltung gefasst. Dies waren der Gewinnvortrag auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie die Wahl der Schneider + Partner GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5). Gegen 11:10 Uhr konnte Dr. Koniarski die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung


Die SBF AG konnte das vergangene Geschäftsjahr trotz erneuter Umsatzeinbußen erfolgreich abschließen. Damit setzte das Unternehmen den Weg der Konsolidierung konsequent fort. Angesichts langer Zeiträume zwischen Auftragsvergabe und Umsatzrealisierung ist der Umsatzrückgang noch den Altlasten geschuldet. Ab dem laufenden Jahr wird sich hier aber auch auf der Umsatzseite der Turnaround einstellen.

Mit einem konsequenten Kostenmanagement sollte dies zu weiter steigenden Ergebnissen führen. SBF sollte auch in den kommenden Jahren vom weltweiten Trend zur Schiene profitieren. Auch jetzt bereits ist das Unternehmen mit einem Auftragsbestand von 34 Mio. Euro gut aufgestellt. Auf mittlere Sicht plant das Management aus eigener Kraft eine Umsatzverdopplung. Etwaige Akquisitionen sind in dieser Planung noch nicht enthalten. Somit besteht auch bei den Ergebnissen noch deutlicher Spielraum nach oben. Dies hat auch der Kapitalmarkt wahrgenommen, immerhin konnte sich der Aktienkurs im laufenden Jahr in etwa verdoppeln. Trotz der deutlichen Kurssteigerung sollten interessierte Anleger die Aktie weiter im Blick behalten, angesichts der bestehenden Gewinnaussichten ist die Aktie immer noch günstig bewertet.


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