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HV-Bericht GSC Holding AG

Kapitalerhöhung stärkt Eigenkapital und verschafft mehr Spielraum im Wertpapiergeschäft


Die GSC Holding AG hatte für den 29. Januar 2020 zur Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2018 in das CVJM Hotel nach Düsseldorf eingeladen. Knapp 20 Aktionäre hatten sich zu dem Treffen eingefunden, darunter Matthias Wahler als Aktionär und Berichterstatter. Aufsichtsratsmitglied Bernd Reeker eröffnete die Sitzung pünktlich um 11 Uhr.

Er informierte, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Georg Issels aufgrund eines kurzfristig anberaumten Termins wegen eines laufenden Projekts entgegen seiner ursprünglichen Planung gehindert ist, an der Hauptversammlung teilzunehmen. Nach den Bestimmungen der Satzung ist er in diesem Fall ermächtigt, ein anderes Mitglied des Aufsichtsrats als Versammlungsleiter zu bestimmen. Dies habe Dr. Issels getan und ihm diese Aufgabe übertragen.

Sodann stellte Herr Reeker die anwesenden Mitglieder der Verwaltung vor. Neben ihm hatten der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Wahlen sowie Alleinvorstand Alexander Langhorst ihre Plätze eingenommen. Auf die Bestellung eines Notars wurde verzichtet, da keine satzungsändernden Beschlussfassungen auf der Tagesordnung standen, die dies erforderlich gemacht hätten.

Nach Abhandlung der Formalien und einigen ergänzenden Angaben zum Aufsichtsratsbericht übergab Herr Reeker das Wort an den Vorstand.


Bericht des Vorstands


Herr Langhorst begann mit einigen Anmerkungen zum Termin der Hauptversammlung, die in dem zeitlichen Rahmen stattfand, den er beim letzten Treffen im September 2019 in Aussicht gestellt hatte. Damals hatte er die Verzögerung bereits mit der sehr schlanken personellen Aufstellung der Gesellschaft erklärt. Er versicherte erneut, dass es fest geplant ist, in die richtige Zeitschiene zurückzukehren.

Die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2019 ist nach seiner Aussage bereits fest für den 28. Oktober 2020 geplant und auch in den Folgejahren soll die Hauptversammlung möglichst im Oktober stattfinden. Damit liegt der Termin zwar außerhalb der Acht-Monats-Frist. Es macht aber keinen Sinn, beispielsweise Ende August einzuladen, wenn alle Mitarbeiter und viele Aktionäre ausreichend andere Termine wahrzunehmen haben.

An der Struktur der Gruppe hat sich Herrn Langhorst zufolge nichts verändert. Die GSC Holding AG, deren Hauptversammlung soeben stattfindet, hält weiterhin 100 Prozent der Anteile an der GSC Research GmbH, in der das gesamte operative Geschäft gebündelt ist. Die GSC Holding fungiert im Wesentlichen als Holding. Zusätzlich betätigt sie sich seit einigen Jahren im Bereich Wertpapiertransaktionen. Auf dieses Thema ging der Vorstand später näher ein.

Nachfolgend begann Herr Langhorst mit Erläuterungen zum Geschäftsverlauf der operativ tätigen GSC Research GmbH, deren Umsatzerlöse sich im Geschäftsjahr 2018 erfreulicherweise auf 191 (Vorjahr: 171) TEUR erhöht haben. Alle relevanten Bereiche entwickelten sich positiv. Vor allem konnten um 12,5 TEUR höhere Einnahmen aus der Veröffentlichung von Vergleichen generiert werden. Dieses Geschäft ist allerdings nicht planbar. 2019 fielen diese Einnahmen wieder etwas niedriger aus.

Wie der Vorstand aufzeigte, umfasst die Datenbank von GSC Research inzwischen über 11.500 HV-Berichte, mehr als 1.100 Analysen sowie eine Vielzahl von Interviews über einen Zeitraum von 20 Jahren – und die Zahl wächst stetig weiter an. Wichtig ist ihm, dass es nach wie vor keine Abhängigkeit von Einzelkunden gibt, natürlich aber vom Kapitalmarktumfeld. Wenn es an der Börse schlecht läuft, bleibt dies nicht ohne Auswirkung auf das Geschäft von GSC.

Das Jahresergebnis fällt mit plus 6,6 (-1,2) TEUR ebenfalls erfreulich aus. Allerdings ist in diesem Betrag ein Einmalertrag von rund 6 TEUR aus der Veräußerung von Biotest-Aktien enthalten. Die entsprechende Transaktion hat zwar schon 2017 stattgefunden. Allerdings wurde entsprechend der Vereinbarung im Geschäftsjahr 2018 resultierend aus der Verzögerung bei der Übernahme noch ein Differenzbetrag ausgeglichen.

Jedoch wurde auch ohne diesen Sondereffekt ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht, was der Vorstand zuvorderst auf die in den letzten Jahren durchgeführten Kostensenkungsmaßnahmen zurückführt. Allerdings sind die vorhandenen personellen Kapazitäten inzwischen in einzelnen Bereichen komplett ausgelastet, so dass wachsendes Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren wieder etwas höhere Kosten zur Folge hätte. Dies wäre, wie Herr Langhorst betonte, jedoch rein projektbezogen. Der Fixkostenblock bliebe unverändert.

In diesem Zusammenhang bekräftigte der Vorstand seine Überzeugung, dass manchmal auch unbezahltes Research Sinn macht, um GSC Research im Markt abzuheben. Es wäre auch nicht zielführend, wenn das Research-Team über längere Zeit nicht beschäftigt wäre. In der derzeitigen Struktur könnten nach seiner Aussage problemlos noch fünf bis sechs Research-Kunden aufgeschaltet werden.

Research ist, wie Herr Langhorst ausführte, ein langfristig ausgerichtetes Geschäft. Er führt regelmäßig Gespräche mit potenziellen Neukunden. Manchmal dauert es aber einige Zeit, bis Ergebnisse erzielt werden. Wichtig ist dem Vorstand, dass die bestehenden Kunden zufrieden sind und es auch regelmäßig neue Anfragen gibt. Von dem zusätzlichen Rückenwind, den sich die Branche aus dem Inkrafttreten von MiFID II versprochen hat, ist bislang allerdings nicht viel zu spüren.

Die Abonnentenzahl ist nach Aussage von Herrn Langhorst stabil. Im vergangenen Jahr ging sie sogar leicht nach oben. Zu hohe Erwartungen wollte der Vorstand allerdings nicht wecken. GSC Research ist abhängig vom Börsenumfeld. Wenn es gut läuft, wirkt sich dies tendenziell positiv aus. Der Effekt geht aber auch in die andere Richtung. Positiv wertet der Vorstand, dass das 2014 gestartete erweiterte Abo-Modell unverändert stabil läuft. Es gibt Gespräche, um weitere Kunden von diesem Premium-Zugang zu überzeugen.

Im Folgenden präsentierte Herr Langhorst die Zahlen der GSC Holding AG für das Geschäftsjahr 2018. Der Umsatz bewegte sich in diesem Zeitraum mit 237 (250) TEUR leicht unter dem Niveau der Vorperiode. Unverändert setzen sich die Erlöse der GSC Holding aus Wertpapiertransaktionen und der Weiterberechnung der Hälfte der Personalkosten an die GmbH zusammen.

Auch bei den Aufwandspositionen gab es nur wenig Veränderung. Der Materialaufwand von 207 (217) TEUR umfasst die Einstandspreise der veräußerten Wertpapiere. Der Personalaufwand belief sich unverändert auf 64 TEUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich leicht auf 13 (10) TEUR, das Finanzergebnis wird mit 13 (14) TEUR ausgewiesen. Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens waren nicht erforderlich.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stellt sich auf minus 34 (-25) TEUR, womit sich der Bilanzverlust auf 188 (154) TEUR erhöhte. Entsprechend müsste sich der steuerliche Verlustvortrag erhöhen. Ein rechtskräftiger Bescheid liegt allerdings nur für den 31. Dezember 2017 vor. Zu diesem Zeitpunkt belief sich der steuerliche Verlustvortrag in der AG auf 433 TEUR. In der GSC Research GmbH wird zum gleichen Zeitpunkt ein steuerlicher Verlustvortrag von 989 TEUR ausgewiesen.

Die Bilanzstruktur hat sich nicht verändert. Das Anlagevermögen der GSC Holding AG besteht mit 220 TEUR ausschließlich aus den Anteilen an verbundenen Unternehmen. Im Umlaufvermögen finden sich zusätzlich 322 (348) TEUR Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die liquiden Mittel werden mit 159 (167) TEUR ausgewiesen. Auf der Passivseite ergab sich stichtagsbedingt eine Verschiebung zwischen Bankverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 756 (767) TEUR.

Im Anschluss informierte Herr Langhorst über die Wertpapiergeschäfte, die im Geschäftsjahr 2018 durchgeführt worden sind. Mit Biotest, 11880 Solutions, 2G Energy, euromicron, AGFA Gevaert und MEDIQON Group waren dies insgesamt sechs Transaktionen. Bei 2G Energy sei man leider zu früh ausgestiegen und bei euromicron entstand ein spürbarer Verlust. Dennoch lag das Ergebnis per Saldo bei plus 10 TEUR.

Auch im Geschäftsjahr 2019 entwickelte sich das Wertpapiergeschäft erfreulich. Mit der MEDIQON Group wurde ein positives Ergebnis von 18 TEUR erzielt. Viel verspricht sich der Vorstand von der Einreichung von 800 Linde-Aktien in den Squeeze-out, womit zunächst ein kleiner Verlust realisiert wurde. Herr Langhorst ist aber überzeugt, dass es bei diesem Investment letztlich eine schöne Nachbesserung geben wird. Allein mit der erwarteten Reduzierung der Marktrisikoprämie von 5,5 Prozent auf 5,0 Prozent würde sich schon ein Kurs von 210 Euro ergeben.

Aktuell befinden sich, wie er nachfolgend darlegte, zum einen 8.500 Aktien der ALBIS Leasing AG im Bestand. Bei diesem Unternehmen hatte der Vorstand auf eine Neusortierung der Aktionärsstruktur spekuliert, was sich bereits ergeben hat. Der Aktienkurs zog in den letzten Monaten schon deutlich an.

Zum anderen wurden jeweils 1.000 Stamm- und Vorzugsaktien der Effecten-Spiegel AG erworben. Dies hat, wie der Vorstand anmerkte, nichts damit zu tun, dass die Effecten-Spiegel AG an der GSC Holding AG beteiligt ist. Vielmehr sieht er bei einem Aktienkurs deutlich unter Net Asset Value (NAV), der schönen Dividende und den Chancen aus den verschiedenen laufenden Klagen ein interessantes Investment.

Zudem erwarb Herr Langhorst Ende 2019 noch 500 Grammer-Aktien. Zwar handelt es sich um einen Autozulieferer und die Branche ist unter Druck. Allerdings ist Grammer auf Sitze insbesondere für Nutzfahrzeuge spezialisiert, die unabhängig von der Art des Antriebs benötigt werden. Und Mobilität wird weiterhin ein großes Thema sein. Interessant könnte die Grammer-Aktie vielleicht auch einmal mit Blick auf den chinesischen Großaktionär werden.

Für das Geschäftsjahr 2019 konnte Herr Langhorst belastbare Zahlen für die ersten acht Monate präsentierten. In diesem Zeitraum wurde in der GSC Research GmbH eine Gesamtleistung von 142 (136) TEUR und ein vorläufiges Ergebnis von 52 (44) TEUR erwirtschaftet. In der GSC Holding AG lag das Ergebnis unverändert bei minus 28 TEUR. In der „Gruppe“ steht damit nach acht Monaten ein Gewinn von 24 (16) TEUR. Für das Gesamtjahr stellte der Vorstand wiederum ein Ergebnis in der Vorjahresgrößenordnung in Aussicht. Wenn es besser wird, dürfte auch keiner böse sein.

Die Ziele haben sich Herrn Langhorst zufolge nicht verändert. Die Fokussierung auf die HV-Berichterstattung und den Research-Bereich soll beibehalten werden. Das Ziel ist es, weitere Kunden für die GSC-Premium-Abo-Familie zu gewinnen. Außerdem ist der Vorstand zuversichtlich, in Kürze weitere Aufträge im Research-Bereich vermelden zu können. Daneben kündigte der Vorstand ein neues Research-Produkt im Bereich „abfindungsnahe Werte“ für professionelle und spezialisierte Nutzer an.

Im Research-Bereich soll das Sonderstudienformat kontinuierlich fortgeführt werden. Herr Langhorst sieht darin eine gute Möglichkeit, das Research-Universum sukzessive auszuweiten. Das erprobte „Plattform-Konzept“ ermöglicht problemlos die Ein- und die Auskopplung von Einzelresearch in das Sonderformat. Damit eröffnet sich eine gute Möglichkeit zur Ansprache potenzieller weiterer Kandidaten für Research-Dienstleistungen.

Weiter berichtete Herr Langhorst von der seit 2017 bestehenden Zusammenarbeit mit der Valora Effekten Handel AG im Bereich der HV-Berichte zu unnotierten Werten. Gemäß der Vereinbarung werden diese Berichte mit einem gewissen Zeitverzug kostenlos unter www.veh.de zur Verfügung gestellt. GSC Research erhält dafür eine pauschale Vergütung, womit eine zusätzliche Kostendeckung im HV-Bereich erreicht wird.

Ein Ziel ist ferner die Ausweitung der Verbreitungskanäle für Kundenresearch und kontinuierliche Präsenz in Publikums- und Fachmedien. Speziell hob Herr Langhorst in diesem Zusammenhang den Twitter-Account hervor, der gemeinsam mit der Effecten-Spiegel AG realisiert wurde. Mit inzwischen über 770 Followern wurde die Reichweite im Bereich Social Media deutlich verbessert. Weitere Aktivitäten sind geplant, allerdings mit Augenmaß.

Ein Thema ist zudem unverändert die Vermittlung von etwaigen Börsenmänteln durch Nutzung der Kontakte zu potenziellen Verkäufern und Interessenten. Nach Angabe von Herrn Langhorst gibt es immer wieder einmal Anfragen. Etwaige Erfolge und Erträge lassen sich aber nicht abschätzen. Wichtig ist ihm wie bei allen Aktivitäten, dass kein Kapitaleinsatz erforderlich ist, sich das Risiko also auf die aufgewendete Zeit beschränkt. Dies soll so beibehalten werden.

Abschließend informierte Herr Langhorst über die laufende Kapitalerhöhung. Die bestehenden Aktionäre haben noch bis zum 5. Februar 2020 die Möglichkeit, bei einem Bezugsverhältnis von 2 zu 1 neue Aktien zu einem Ausgabepreis von 1 Euro zu erwerben. Angestrebt wird bei einem aktuellen Grundkapital von 660 TEUR ein Platzierungsvolumen von 330 TEUR. Die großen Aktionäre haben bereits mitgeteilt, dass sie die Maßnahme unterstützen wollen. Das Ziel ist die Stärkung des Eigenkapitals.

Ein kleiner Teil der eingeworbenen Mittel soll zur Verbesserung des Working Capitals im operativen Geschäft genutzt werden. Vor allem soll das zusätzliche Kapital aber in das bestehende Wertpapierdepot fließen, um den Mix aus Fremd- und Eigenmitteln zu verbessern. Wenn nicht wie bisher praktisch komplett auf Kreditlinien investiert wird, können Aktienpositionen auch einmal länger gehalten werden.


Allgemeine Aussprache


Die erste Wortmeldung in der kurzen Debatte kam von Aktionär Martin Hellmich. Er konnte nicht verstehen, warum die Mitarbeiter von GSC Research, die jedes Jahr mehrere hundert Hauptversammlungen besuchen, diese Veranstaltungen nicht stärker als Podium nutzen, um Werbung in eigener Sache zu machen, also den Bekanntheitsgrad von GSC Research weiter zu erhöhen.

Herr Langhorst konnte diese Frage gut nachvollziehen. Nach seiner Auffassung sprechen aber mehrere Punkte gegen ein solches Vorgehen. Zwar ist GSC Research heute nicht mehr so konsequent passiv wie in früheren Jahren, als sich die Vertreter grundsätzlich nie zu Wort gemeldet haben. Seit einigen Jahren nutzen die Mitarbeiter insbesondere bei kleinen Veranstaltungen, bei denen sie oftmals ohnehin nur als Aktionär Zugang erhalten, teilweise das Fragerecht, um überhaupt einen Mehrwert gewinnen zu können, wenn die Ausführungen des Vorstands sehr knapp ausfallen. Es geht allerdings nur um erkenntnisorientierte Nachfragen.

Darüber hinaus gibt es in der Regel keine eigenen Wortmeldungen, um Werbung für GSC Research zu machen. Zum einen ist es nicht jedermanns Sache, vor einem großen Publikum ans Mikrofon zu treten. Insofern müsste dies jeweils vorab mit dem Berichterstatter abgestimmt werden. Außerdem hält es Herr Langhorst für fraglich, ob sich auf Hauptversammlungen tatsächlich viele potenzielle neue Abonnenten erreichen lassen. Im Übrigen kann sich zu viel Werbung in eigener Sache schlimmstenfalls sogar negativ auswirken.

Hinzu kommt, dass auf keinen Fall riskiert werden darf, dass GSC Research nicht mehr als objektiv wahrgenommen wird. Mittlerweile ist es Herrn Langhorst zufolge so, dass GSC-Berichte bei juristischen Auseinandersetzungen im Nachgang von Hauptversammlungen teilweise von beiden Seiten als Beweismittel angeführt werden und dies von den Gerichten ohne größere Diskussion akzeptiert wird. Hier würde man sich angreifbar machen, wenn die Mitarbeiter nicht mehr nur als Berichterstatter auftreten, sondern vielleicht sogar noch tendenziöse Fragen stellen.

Weitere Fragen betrafen die laufende Kapitalerhöhung. Ein Aktionär hielt es grundsätzlich für die richtige Strategie, einen Großteil der eingeworbenen Mittel zu nutzen, um die Investments in interessanten Aktienpositionen aufzustocken. Er gab allerdings zu bedenken, dass die Märkte schon gut gelaufen sind. Aus dem Aufbau neuer Investments ergibt sich also auch ein gewisses Risiko, welches im Nebenwertebereich nicht abgesichert werden kann.

Dies betreffend konnte Herr Langhorst den Aktionär beruhigen. Investiert wird nur in ausgewählte Positionen mit einem Fokus auf Sondersituationen und Spezialthemen, bei denen das Risiko überschaubar ist. Zudem wird in Absprache mit einem der großen Aktionäre eine gewisse Absicherungsstrategie gefahren. Eine Absicherung am Markt ist tatsächlich kaum möglich, unter den gegebenen Umständen aber auch nicht notwendig.

In diesem Zusammenhang kam die Frage auf, ob auch in Anleihen investiert werden soll. Auch in diesem Segment gibt es immer wieder einmal interessante Sondersituationen. Dies verneinte Herr Langhorst. Die Mitarbeiter von GSC Research sind Aktienexperten und man werde sich auf diesen Bereich beschränken. Ebenso wenig ist es geplant, im Ausland aktiv werden, allenfalls im deutschsprachigen Raum. Es gibt hierzulande mit Blick auf das investierbare Volumen ausreichend interessante Investitionsmöglichkeiten auf dem Kurszettel.

Ein weiterer Aktionär wollte wissen, warum den Aktionären im Zuge der Kapitalerhöhung sogar noch Überbezugsrecht eingeräumt werden soll. Seiner Vermutung, dass Vorstand und Aufsichtsrat vielleicht Bedenken haben, dass alle Aktien platziert werden können, widersprach der Vorstand. Tatsächlich gibt es von den großen Aktionären deutliche Signale, dass sie sogar mehr nehmen würden, als sie über das Bezugsrecht erwerben können. Zudem wurde im Rahmen der Kapitalerhöhungen bei der GSC Holding AG auch in der Vergangenheit stets die Möglichkeit eines Überbezuges eingeräumt.

Inwieweit im Rahmen der Maßnahme auch neue Aktionäre mit ins Aktionariat aufgenommen werden, bleibt nach Vorstandsangabe abzuwarten und hängt von der Teilnahme der bisherigen Aktionäre an der Kapitalerhöhung ab. Es wurde aus dem Markt aber durchaus Interesse an einer Teilnahme bislang noch nicht investierter Adressen signalisiert. Sofern nach Abschluss der Bezugsfrist noch Aktien aus der Maßnahme noch nicht von den bisherigen Anteilseignern bezogen wurden, könnte eine gezielte Ansprache im Wege einer anschließenden Privatplatzierung noch eine Option zur vollständigen Platzierung sein.


Abstimmungen

Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Herr Reeker die Präsenz. Vom gesamten Grundkapital von 660.000 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, waren 316.078 Aktien vertreten. Dies entsprach einer Quote von 47,89 Prozent.

Die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3) wurden einstimmig beschlossen. Damit war die sehr übersichtliche Tagesordnung auch schon abgehandelt.

Um 12:45 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.


Fazit

Die solide Entwicklung der GSC Holding AG und ihrer operativ tätigen Tochtergesellschaft GSC Research GmbH setzte sich im Geschäftsjahr 2018 erwartungsgemäß fort. Und auch im Geschäftsjahr 2019 sollte in der operativ tätigen Tochtergesellschaft zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet worden sein. Zwar gestaltet sich das Marktumfeld insbesondere im Research-Bereich nicht einfach. Das Unternehmen hat sich inzwischen aber eine gute Marktposition erarbeitet. Die Abonnentenzahl ist stabil.

Zusätzliche Einnahmen werden auf Ebene der GSC Holding AG seit einigen Jahren mit Wertpapiertransaktionen generiert. Mit den Einnahmen aus der laufenden Kapitalerhöhung soll dieses Geschäft nun noch ausgebaut werden. Es macht sicherlich Sinn, das Know-how auch auf diesem Weg zu nutzen. Zudem kann mit der Kapitalerhöhung die Eigenkapitalbasis weiter gestärkt werden.


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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.


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