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HV-Bericht FORTEC Elektronik AG

EBIT-Marge erreicht neues Rekordniveau – Dividende von 0,60 auf 0,70 Euro erhöht


Die Fortec Elektronik AG hatte für den 6. Februar 2020 zur Hauptversammlung in das Haus der Bayerischen Wirtschaft nach München eingeladen. Mehr als 150 Aktionäre und Gäste hatten sich dort eingefunden, um sich über den erfolgreichen Anbieter von integrierten Lösungen im Bereich der hochwertigen Elektronik zu informieren. Für GSC Research war Matthias Wahler vor Ort. Das Protokoll führte Notarin Dr. Beate Kopp.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Schubert eröffnete die Versammlung pünktlich um 10 Uhr. Er hat das Amt am 1. September 2019 von Winfried Tillmann übernommen, der zum 30. August 2019 auf eigenen Wunsch ausgeschieden war. Unter TOP 7 sollte er zusammen mit Dr. Andreas Bastin, bekannt als Vorstandsvorsitzender der Masterflex SE, von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt werden.

Nach Abhandlung der Formalien und einigen ergänzenden Ausführungen zum Aufsichtsratsbericht übergab Herr Schubert das Wort an die Vorstandssprecherin Sandra Maile.


Bericht des Vorstands

Frau Maile begann ihren Bericht mit Anmerkungen zur Tagesordnung, die unter TOP 2 bis 5 mit der Gewinnverwendung, der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Wahl des Abschlussprüfers die üblichen Punkte umfasste. Unter TOP 6 war mit Blick auf die gestiegenen Anforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats die Erhöhung der Vergütung auf 15 TEUR für das einfache Mitglied vorgeschlagen.

TOP 7 umfasste die Neuwahl des Aufsichtsrats. Zum einen stand Christoph Schubert zur Wahl. Außerdem Dr. Andreas Bastin als Nachfolger von Michael Höfer, der dem Gremium nach Angabe von Frau Maile bereits seit dem Börsengang vor 31 Jahren angehört und viel zu der erfolgreichen Entwicklung der Fortec AG in den letzten Jahrzehnten beigetragen hat. Seit 1990 zahlt das Unternehmen durchgängig Dividende.

Die TOP 8 und 9 enthielten schließlich die Zustimmung zum Abschluss von Betriebspachtverträgen mit den Tochtergesellschaften Distec GmbH und Emtron electronic GmbH. Nachdem im Vorjahr bereits eine Erweiterung des Unternehmensgegenstands beschlossen worden ist, übernimmt die Fortec AG laut Frau Maile immer mehr die Funktion einer Holding. Das Ziel ist es, eine Unternehmensstruktur zu schaffen, mit der die Gruppe flexibel für die Zukunft aufgestellt ist, aber auch eine stabile Basis für weiteres Wachstum besteht.

Wie die Firmenchefin zu diesem Thema erläuterte, greifen die Tochtergesellschaften und die Fortec AG gegenseitig auf ihre Produkte und Lösungen zurück und bedienen zum Teil den gleichen Kundenkreis. Dienstleistungen und Produkte werden konzernintern mit entsprechenden Zuschlägen verkauft, was aber ein recht komplexer Vorgang ist und teilweise die Wettbewerbssituation erschwert.

Mit der Übertragung des operativen Geschäfts wird nach ihrer Aussage die Firmenstruktur gestrafft, Aufgaben werden zentralisiert und Doppelarbeiten vermieden. Insgesamt ergeben sich Vorteile und Synergien. In den beiden Pachtverträgen werden der Verkauf des Anlage- und Umlaufvermögens, die Übernahme der Mitarbeiter, die Übertragung von offenen Kundenaufträgen und Lieferantenbestellungen geregelt.

Die Verträge wurden Frau Maile zufolge von einem unabhängigen und gerichtlich bestellten Vertragsprüfer geprüft. Die Prüfung erstreckte sich auch darauf, ob die für die Ermittlung der Kaufpreise, die Verrechnungen und die Pacht zugrunde gelegten Methoden nachvollziehbar sind und ob sie den allgemein anerkannten Grundsätzen zur Unternehmensbewertung entsprechen. Von dieser Seite gab es keine Beanstandungen.

Im Folgenden kam die Vorstandssprecherin auf das Zahlenwerk zu sprechen. Sie freute sich, von einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2018/19 (bis 30. Juni) berichten zu können. Der Umsatz konnte um 11 Prozent auf 88,3 (Vorjahr: 79,6) Mio. Euro ausgebaut und damit wie prognostiziert weiter erhöht werden. Ein Anteil von 5,8 Mio. Euro resultiert aus den Zukäufen in Großbritannien. Das organische Wachstum lag bei 4 Prozent.

Das EBIT verbesserte sich noch stärker auf 7,4 (6,0) Mio. Euro. Die EBIT-Marge kletterte auf das neue Rekordniveau von 8,4 (7,6) Prozent. Positiv wirkte sich laut Frau Maile der Übergang vom Produkt- zum Lösungsanbieter verbunden mit einer höheren Wertschöpfung aus. Während der Ausbau des Vertriebs zu einer Erhöhung der Personalkostenquote auf 15,9 (15,6) Prozent führte, blieben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 7,4 Mio. Euro unverändert.

Der Konzernjahresüberschuss erhöhte sich dank einer niedrigeren Steuerquote sogar um 32 Prozent auf 5,7 (4,3) Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie errechnet sich mit 1,75 (1,33) Euro. Der Vorschlag an die Hauptversammlung lautete, eine unveränderte Dividende von 0,60 Euro zu zahlen, allerdings zusätzlich einen Bonus von 0,10 Euro zum 35-jährigen Firmenjubiläum. Die Ausschüttungsquote beträgt damit 40 Prozent.

Der anhaltende Erfolg von Fortec beruht Frau Maile zufolge auf zwei starken Segmenten, die beide nachhaltig profitabel sind. Es soll auch weiterhin daran festgehalten werden, den Kunden die gesamte Palette von Standardlösungen und kundenspezifischen Produkten anzubieten, die intelligent durch Dienstleistungen ergänzt werden, um den optimalen Kundennutzen und gleichzeitig eine nachhaltige Wertschöpfung für das Unternehmen zu erzielen.

Der Wachstumstreiber war erneut das Segment Datenvisualisierung. Dieses umfasst die Gesellschaften Distec, Display Technology in England und Apollo in den USA und schließt mit einer Umsatzsteigerung auf 55,4 (50,9) Mio. Euro ab. Mit einem EBIT-Sprung auf 6,1 (4,3) Mio. Euro und damit einer EBIT-Marge von 11,1 (8,5) Prozent trug es wesentlich zum Erfolg des Konzerns bei. Der Anteil am Konzernjahresüberschuss beläuft sich auf 4,9 (3,1) Mio. Euro.

Im Bereich Stromversorgungen stieg der Umsatz hingegen nur leicht auf 32,9 (28,7) Mio. Euro und die EBIT-Marge sank aufgrund der gestiegenen Kosten unter anderem im Personalbereich auf 4,0 (5,8) Prozent. Das EBIT liegt mit 1,3 (1,7) Mio. Euro unter dem Vorjahreswert, ebenso der Jahresüberschuss mit 0,8 (1,2) Mio. Euro.

Im Anschluss warf Frau Maile einen Blick auf die Konzernbilanz, die sich unverändert sehr solide präsentiert. Die Bilanzsumme dehnte sich auf 57,4 (44,8) Mio. Euro aus. Zugleich erhöhte sich jedoch das Eigenkapital auf 40,1 (30,1) Mio. Euro, womit die Eigenkapitalquote auf 70 (67) Prozent sogar weiter anstieg. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten werden mit 11,5 (11,3) Mio. Euro ausgewiesen, die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 5,8 (3,4) Mio. Euro.

Der Goodwill wird mit höheren 6,6 (5,1) Mio. Euro ausgewiesen. Angesichts der guten Ergebnisse der Tochtergesellschaften Distec und Apollo sieht Frau Maile darin aber eine feste Größe. Der Anstieg des Sachanlagevermögens auf 5,7 (2,9) Mio. Euro ist investitionsbedingt. Insbesondere nannte die Vorstandschefin das neue Logistikzentrum der Emtron. Die Liquidität erhöhte sich auf 9,4 (5,4) Mio. Euro und bewegt sich damit nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

Im Folgenden blickte Frau Maile näher auf die Akquisition in Großbritannien. Das Geschäftsjahr 2018/19 war dort geprägt durch Umstrukturierungsmaßnahmen zur Integration der neuen Gesellschaften, was zunächst zusätzliche Kosten verursachte. Seit der Zusammenlegung der zwei Standorte erkennt sie aber bereits erste Synergien. Man könne sich im dortigen Markt jetzt wieder ganz auf die operative Expansion konzentrieren.

In den letzten Monaten war die Entwicklung in Großbritannien durch die lähmende Brexit-Diskussion gebremst. Frau Maile geht aber davon aus, dass man dort ab dem kommenden Geschäftsjahr wieder einen effektiven Wachstumstrend sehen werde. Von der Entscheidung, in Großbritannien zuzukaufen, ist sie nach wie vor überzeugt. Inzwischen ist Fortec in der Region auch so aufgestellt, dass die komplette Beschaffungs- und Lagerlogistik über UK abgewickelt werden kann.

Sodann leitete die Vorstandssprecherin über zur Entwicklung im laufenden Jahr. In den letzten Monaten haben sich die Rahmenbedingungen bekanntlich eingetrübt. Die abgeschwächte wirtschaftliche Dynamik und der in einzelnen Industrien zu beobachtende abrupte Technologiewandel ließen viele Unternehmen bei Investitionen zurückhaltend werden. Wenig förderlich war auch die monatelange Diskussion rund um den Brexit.

Die auf einem Rekordauftragsbestand von fast 50 Mio. Euro beruhende Prognose, die im Geschäftsbericht abgedruckt war, musste laut Frau Maile deshalb mit der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal 2019/20 korrigiert werden. Derzeit geht die Planung für das laufende Jahr bei Umsatz und Ergebnis von einer Seitwärtsbewegung aus. Die Dividendenkontinuität soll fortgesetzt werden.

„Der Vorstand wird alles unternehmen, um das Vorjahresziel zu erreichen“, versicherte Frau Maile. Es gibt nach ihrer Aussage jedoch externe Rahmenbedingungen, denen man sich nicht entziehen könne. Seit Dezember 2019 erkennt die Firmenchefin zumindest wieder erste Lichtblicke. Die Konjunktur im Euroraum scheint sich zumindest nicht weiter zu verschlechtern. Aus Sicht von Fortec liegt der Fokus weiterhin auf qualitativem, nachhaltigem Wachstum.

Im ersten Quartal 2019/20 entwickelte sich der Umsatz im Konzern auf 21,5 (21,8) Mio. Euro leicht rückläufig, obwohl im Vorjahreszeitraum die Akquisitionen in UK noch nicht enthalten war. Auch das EBIT lag mit 2,0 (2,4) Mio. Euro unter dem starken Vorjahreswert, ebenso das Konzernergebnis mit 1,4 (1,7) Mio. Euro.

Das zweite Quartal war laut Frau Maile umsatzmäßig minimal schwächer als das erste. Nach sechs Monaten steht mit rund 41 Mio. Euro ein um rund 1 Mio. Euro schwächerer Umsatz als im Vorjahreszeitraum zu Buche. Beim Ergebnis geht sie von einer weiterhin positiven Entwicklung aus. Den Auftragsbestand bezifferte sie zum 31. Dezember 2019 mit 45 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 48 Mio. Euro gewesen.

Nachfolgend nannte die Vorstandschefin verschiedene Maßnahmen, mit denen sie den Herausforderungen begegnen will. Ein großes Thema ist in diesem Kontext die Verpachtung der operativen Einheiten, die schneller als ursprünglich geplant umgesetzt werden soll. Dies wird insbesondere im Personalbereich zu Kosteneinsparungen führen. Ein Augenmerk liegt zudem auf der Überwachung des Lagers.

Der freie Lageranteil, also Ware ohne Kundenaufträge, liegt allerdings lediglich bei 30 Prozent. Zudem sind neben dem Beratungs-Knowhow vor allem Flexibilität und Geschwindigkeit die Themen, mit denen Fortec sich vom Wettbewerb abhebt. Die Kunden können vor allem mit individuellen, kostenoptimierten Lösungen überzeugt werden. Dass dies weiterhin gelingt, zeigte die Vorstandschefin anhand von verschiedenen Projekten auf, die in den letzten Monaten gewonnen werden konnten.

Als weiteres großes Thema sieht Frau Maile daneben die Transformation und Modernisierung im Konzern, die bereits 2017 begonnen worden ist. Im laufenden Jahr soll die Verlagerung von Landsberg nach Germering bzw. Riedstadt abgeschlossen werden. Die Weiterentwicklung der Holdingstruktur zur Hebung von Synergien und Verkürzung von Prozessen wird nach ihrer Einschätzung noch drei bis fünf Jahre andauern.


Allgemeine Aussprache


Auch in diesem Jahr entwickelte sich mit insgesamt zehn Rednern eine angeregte Debatte. Zunächst sprachen Andreas Breijs von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Elisa Haralampides von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Danach folgten unter anderem die Aktionäre Eckhard Stauffenberg, Christian Wolff, Thomas Wagner, Michael Knappe und Robin Drastig.

Insgesamt fanden die Redner lobende Worte für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2018/19. Herr Breijs hob insbesondere die deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses hervor, die er in diesem Ausmaß nicht erwartet hatte, und beglückwünschte den Vorstand zu dieser Leistung. Alle, die an der Eignung von Frau Maile als Vorstandssprecherin gezweifelt haben, wurden inzwischen eines Besseren belehrt. Auch Frau Haralampides lobte die gute und solide Arbeit des Vorstands.

Mehrfach wurde die Anpassung der Prognose im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal aufgegriffen. Herr Breijs fand dies weniger dramatisch. Er sah darin lediglich die Auswirkungen der Konjunkturabschwächung aufgezeigt. Andere Firmen der Branche wie die Data Modul AG sind davon deutlich stärker getroffen. Zudem scheint es schon wieder aufwärts zu gehen. Frau Haralampides wollte wissen, mit welchen Maßnahmen der Vorstand auf die schwächere Umsatzentwicklung reagiert.

Herr Wagner und Herr Wolff äußerten sich kritischer. Insbesondere missfiel ihnen das Datum der Prognosereduzierung kurz nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichts. Schließlich wurde der Aufsichtsratsbericht im November unterschrieben und es muss ihrer Einschätzung nach doch schon im September oder Oktober klar gewesen sein, dass sich die Konjunktur nicht mehr so dynamisch entwickelt. Herr Wolff wollte wissen, wie sicher sich der Vorstand mit der aktuellen Guidance fühlt.

In ihrer Antwort stellte Frau Maile klar, dass die Prognose als Teil des Lageberichts bereits Anfang September verfasst worden ist. Sie stimmte jedoch zu, dass der zeitliche Ablauf etwas unglücklich war. Letztlich ist nichts Dramatisches passiert. Innerhalb von wenigen Tagen haben sich aber verschiedene Themen so verdichtet, dass man reagieren musste. Sie berichtete von Erkenntnissen aus Kundengesprächen und einzelnen Projektverschiebungen. An der aktuellen Guidance halte man fest. Der Januar und der Februar sehen gut aus.

Herr Breijs thematisierte die Übernahme in Großbritannien. Der gezahlte Preis im mittleren einstelligen Millionenbereich geht für ihn bei einem Umsatz von 8 Mio. Euro und einem EBIT von 0,6 Mio. Euro in Ordnung. Befragt nach der weiteren Planung informierte Frau Maile, dass in UK im laufenden Jahr noch die Auswirkungen der Umstrukturierungsmaßnahmen und der höheren Beratungskosten zu spüren sein werden. Die Gesellschaften sollen möglichst schnell integriert werden. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass ab dem Geschäftsjahr 2020/21 nachhaltiges Wachstum erreicht und der Umsatz schnell über 10 Mio. Euro gesteigert werden kann.

In diesem Zusammenhang interessierte Frau Haralampides, welche Rolle anorganisches Wachstum in den nächsten Jahren für Fortec spielt. Vielleicht sind weitere Zukäufe bereits konkret geplant. Wie die Vorstandschefin ausführte, gibt es immer Gespräch mit interessanten Unternehmen, die für eine Übernahme in Frage kämen. Allerdings gibt es oft sehr unterschiedliche Auffassungen betreffend die Bewertung. „Warten wir mal ab, was sich in den nächsten Monaten ergibt“, fügte sie an.

Ein weiteres Thema der Diskussion war die Dividende. Insgesamt zeigten sich die Redner zufrieden mit der Ausschüttungsquote von 40 Prozent. Schließlich muss noch etwas Pulver für Investitionen trocken gehalten werden. Mehrfach kam jedoch der Vorschlag, den Jubiläumsbonus fest in die Dividende zu integrieren, also die Ausschüttung dauerhaft auf 0,70 Euro anzuheben. Die „goldgeränderte Bilanz“ gäbe dies problemlos her. „Schauen wir mal“, lautete die Antwort der Vorstandssprecherin.

Den Abschluss von Pachtverträgen mit den Tochtergesellschaften sahen die meisten Redner als richtige Entscheidung an. Diese Maßnahme dürfte das Ergebnis positiv beeinflussen. Ein Kleinaktionär sah jedoch die Gefahr, dass die Kosten mit der neuen Struktur letztlich eher ansteigen werden. Herr Knappe wollte wissen, ob aus den Pachtverträgen vielleicht auch Risiken oder Nachteile erwachsen könnten.

In ihrer Antwort erläuterte Frau Maile, dass mit der Schaffung einer Holdingstruktur vor allem alle Tochtergesellschaften auf das gleiche Niveau gebracht werden sollen. Von Vorteil ist die neue Aufstellung auch mit Blick darauf, dass weitere Zukäufe geplant sind. Und es ist keineswegs so, dass damit die Strukturen verdoppelt werden. Mögliche Risiken habe man prüfen lassen, könne man aber nicht erkennen, nachdem es sich schon heute um hundertprozentige Tochtergesellschaften handelt.

Ferner hinterfragte Frau Haralampides die Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Sie meinte auf beiden Seiten Klumpenrisiken zu erkennen, was nach Aussage von Frau Maile nicht der Fall ist. Auf der Kundenseite ist Fortec von keiner Branche abhängig. Bei einzelnen Tochtergesellschaften gibt es eine gewisse Konzentration, aber nicht auf Konzernebene. Der größte Kunde steht für 4 Prozent der Umsätze, die fünf größten kommen auf 14 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl von Lieferanten mit sich teilweise überschneidenden Produkten.

In diesem Zusammenhang warf Herr Wagner die Frage auf, wie das Management auf die Krise mit dem Corona-Virus reagiert. Erste Unternehmen melden nach seiner Kenntnis bereits Lieferschwierigkeiten und auch bei Fortec sitzen die wesentlichen Lieferanten in Asien. Wenn diese Krise länger dauert, könnte es nach Einschätzung des Aktionärs auch bei Fortec zu Versorgungsengpässen kommen. Er wollte wissen, ob der Vorstand bereits Auswirkungen erkennt und wie er reagiert.

In ihrer Antwort versicherte Frau Maile, dass das Corona-Virus derzeit kein akutes Thema bei Fortec ist. Wenn diese Krise über Monate andauert, würde man dies aber natürlich spüren, nachdem sich praktisch alle Lieferanten in Asien befinden. Bei vielen Produkten gibt es keine alternative Bezugsmöglichkeit in Europa. Natürlich stehe man in engem Kontakt mit den Herstellern. Notfalls müsse man reagieren und Kunden mögliche Alternativen aus dem Lager anbieten.

Frau Haralampides hatte dem Geschäftsbericht entnommen, dass die Tochtergesellschaft Altrac entgegen der Planung doch wieder mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen hat. Sie erkundigte sich, welche Maßnahmen getroffen wurden, um die Entwicklung endlich in die richtige Richtung zu lenken. Frau Maile berichtete von einem neuen Restrukturierungsprozess. Eventuell könnte es zu Verlagerungen kommen. Derzeit ist bereits ein wachsendes Projektvolumen zu erkennen.

Herr Stauffenberg thematisierte die außerordentlich günstige Steuerquote von 23 Prozent. Auf seine Frage nach dem Grund nannte Frau Maile verschiedene Effekte, die sich in diesem Kontext positiv ausgewirkt haben. Neben mehr Umsatz im Ausland mit niedrigeren Steuersätzen und einer Steuererstattung war dies zudem ein Verlustvortrag in den USA, der noch für einige Jahre genutzt werden kann. Im laufenden Jahr wird die Steuerquote nicht ganz so niedrig, aber auch nicht viel höher ausfallen.

Unschön fand Herr Stauffenberg, dass die EBIT-Marge im Segment Stromversorgungen auf nur noch 4 Prozent zurückgegangen ist. Er wollte wissen, ob das Niveau dauerhaft so niedrig bleibt oder wieder mit höheren Werten zu rechnen ist. „Natürlich wollen wir die Marge wieder steigern,“ betonte die Vorstandschefin. Um dies zu erreichen, wurden neue Vertriebsleute eingestellt. Es dauert aber, bis sich dies positiv auswirkt. Im Moment belasten noch die zusätzlichen Personalkosten.

Aktionär Knappe war aus den Vorjahren in Erinnerung geblieben, dass der Umsatz gemäß der Planung bis zum Geschäftsjahr 2020/21 auf 100 Mio. Euro ausgebaut werden soll. Ihn interessierte, ob diese Prognose weiterhin steht. Dies betreffend stellte Frau Maile klar, dass immer kommuniziert worden ist, dass dieses Ziel rein organisch nicht erreicht werden kann, sondern nur mit weiteren Zukäufen. Unter dieser Voraussetzung steht die Aussage weiterhin.


Abstimmungen

Herr Schubert verkündete die Präsenz mit 1.285.907 Aktien. Bezogen auf das Grundkapital von 3.250.436 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 39,56 Prozent.

Fast alle Beschlüsse wurden mit Zustimmungsquoten über 99 Prozent gefasst. Lediglich bei der Wahl von Dr. Andreas Bastin in den Aufsichtsrat gab es etwas mehr Gegenstimmen.

Im Einzelnen beschloss die Hauptversammlung über die Dividende von 0,70 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der Metropol Audit GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung auf 15 TEUR für das einfache Mitglied (TOP 6), die Wahl von Christoph Schubert und Dr. Andreas Bastin in den Aufsichtsrat (TOP 7) sowie die Zustimmung zum Abschluss eines Betriebspachtvertrages mit der Distec GmbH und der Emtron electronic GmbH (TOP 8 und 9).

Der Vorsitzende schloss die Versammlung um 13:35 Uhr.


Fazit

Das Geschäftsjahr 2018/19 hat die Fortec Elektronik AG erwartungsgemäß sehr positiv abgeschlossen. Der Umsatz konnte weiter ausgebaut werden und die EBIT-Marge erreichte mit 8,4 Prozent ein neues Rekordniveau. Das Ergebnis je Aktie sprang dank einer niedrigeren Steuerquote sogar auf 1,75 (1,33) Euro. Die Hauptversammlung beschloss inklusive eines Jubiläumsbonus eine Dividende von 0,70 (0,60) Euro, was bei einem Aktienkurs von 19 Euro eine Rendite von attraktiven 3,7 Prozent bedeutet.

Allerdings kann sich auch die Fortec AG dem inzwischen schwierigeren konjunkturellen Umfeld nicht vollständig entziehen. Das laufende Jahr begann etwas schwächer als ursprünglich erwartet, weshalb die Prognose mit der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal angepasst werden musste. Umsatz und Ergebnis sollen sich nun lediglich seitwärts entwickeln. Dies dürfte der wesentliche Grund dafür sein, dass sich der Aktienkurs in den letzten Monaten schwächer entwickelt hat.

In Anbetracht der nach wie vor soliden Ertragslage ist die Aktie gerade auf diesem gedrückten Niveau als interessantes Investment einzustufen. Zumal sich die Ertragslage mit der Optimierung der Gruppenstruktur, die derzeit umgesetzt wird, deutlich verbessern dürfte. Nach unten dürfte der Kurs schon mit Blick auf die hohe Dividendenrendite, die nach derzeitigem Stand auch für die kommenden Jahre gesichert ist, weitgehend abgesichert sein.


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